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Nachdem ich das erste Semester schon fast überstanden habe und mich durch
Vorlesungen, Büchereien und ähnliche Querelen des Studentenlebens gekämpft
habe, bin ich letztlich auch noch über die Futterstelle der Uni gestolpert.
Damit ich nicht wieder erst ewig nach dem Weg oder der richtigen Mensa
suchen muß, habe ich mir von vornherein eine Freundin geschnappt, die
den kulinarischen Treffpunkt bereits kennt. Ich hatte sie schon über meine
vorigen Lehrstunden auf dem Campus in Kenntnis gesetzt, so dass sie mir
von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite stand.
Ich wäre zum Beispiel gleich am Anfang an der Wochenspeisekarte blind
vorbeigelaufen, aber dank meiner Freundin lernte ich diese Anzeigetafel
kennen. Sie setzte schon zu einer Erläuterung an, aber das habe ich fix
abgebogen. Ich bin ja nun Studentin, da schaffe ich es so grade eben noch
selbst, mir zusammenzureimen, was sich beispielsweise hinter der grünen
Küche versteckt. Von diesem Plan bin ich echt total begeistert, auf einen
Blick kann man sich das gesamte Wochenangebot anschauen und dann hat man
an jedem Tag die Auswahl zwischen sechs verschiedenen Menüangeboten. Klasse!
Dann bringen wir den Rolltreppen ähnlichen Zugangsweg hinter uns, bewaffnen
uns mit einem Tablett und los geht es. Sturm auf die Theken! Meine Freundin
hat das Prinzip voll raus, sie schlendert erst einmal an allen Angeboten
vorbei und nimmt letztlich von allem etwas. Ich dagegen stehe etwas ratlos
rum und suche die Grüne Küche. Vegetarisch ist immer gut und außerdem
ist es da gerade nicht so voll. An einer Quarknachspeise mit Früchten
kann ich auch nicht vorbeigehen, also rauf aufs Tablett. Wo sind die Getränke?
Ach, da vorne, und jetzt zur Kasse. Da taucht meine Freundin wieder auf
und hat sich nur zwei Beilagen geholt. Gut zu wissen fürs nächste Mal,
ich dachte, man könne die nur mit einer Hauptspeise bekommen.
Aber so ganz habe ich das System wohl doch noch nicht geblickt, denn die
Frau an der Kasse gibt mir noch den Tip, dass zu meinem Gericht eigentlich
noch eine Kartoffelbeilage und ein Salat dazu gehören. Schnell ein Spurt
zu den Ausgaben und wieder zurück an die Kasse. Ich bin echt freudig überrascht,
als ich hinterher für alles zusammen nur fünf Mark und ein paar Kaputte
zu bezahlen brauche.
Wie die übrigen Tablettkünstler auch, suchen meine Freundin und ich einen
freien Platz an einem der langen Tische. Essen fassen ist angesagt! Es
ist schon irre, wer da alles sitzt und futtert: der künftige Businessmöchtegern
neben dem Ökofreak, Hippiemädchen neben Technogirlie. Mensa ist halt echt
für alle da!
Abschließend klärt meine Freundin mich darüber auf, dass die Studenten
selbst fürs Abräumen zuständig sind, das heißt Tablett schnappen und auf
geht's zu den Fließbändern für die Reste. Aber nicht einfach aufs Band
stellen und weg, nein, Flaschen kommen zum Leergut und Abfälle werden
in getrennten Anlagen entsorgt. Gesättigt und mit neuer Energie versorgt,
starten wir beide in die nächste Runde. Eins ist klar, Mensa ist cool
und wir sind nächste Woche wieder da! Laura Streitbürger
Mensaplan im Netz: www.akafoe.de/mensa/mensa_rub_mo.html
(bzw. statt "mo" auch "di", "mi", "do" und "fr")
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