Kulinarischer Treffpunkt
   
  Reihe "Mein erstes Semester an der RUB"
 
  Rund 4.400 neue Studierende suchen seit Oktober ihr Glück an der RUB. Eine von ihnen die 19-jährige Laura Streitbürger (sie studiert Anglistik, Sozialwissenschaft und Jura). Stellvertretend erzählt sie von ihren Erfahrungen auf dem Campus. Im vierten und letzten Teil dreht sich alles um die Mensa.
 

Nachdem ich das erste Semester schon fast überstanden habe und mich durch Vorlesungen, Büchereien und ähnliche Querelen des Studentenlebens gekämpft habe, bin ich letztlich auch noch über die Futterstelle der Uni gestolpert. Damit ich nicht wieder erst ewig nach dem Weg oder der richtigen Mensa suchen muß, habe ich mir von vornherein eine Freundin geschnappt, die den kulinarischen Treffpunkt bereits kennt. Ich hatte sie schon über meine vorigen Lehrstunden auf dem Campus in Kenntnis gesetzt, so dass sie mir von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite stand.
Ich wäre zum Beispiel gleich am Anfang an der Wochenspeisekarte blind vorbeigelaufen, aber dank meiner Freundin lernte ich diese Anzeigetafel kennen. Sie setzte schon zu einer Erläuterung an, aber das habe ich fix abgebogen. Ich bin ja nun Studentin, da schaffe ich es so grade eben noch selbst, mir zusammenzureimen, was sich beispielsweise hinter der grünen Küche versteckt. Von diesem Plan bin ich echt total begeistert, auf einen Blick kann man sich das gesamte Wochenangebot anschauen und dann hat man an jedem Tag die Auswahl zwischen sechs verschiedenen Menüangeboten. Klasse!
Dann bringen wir den Rolltreppen ähnlichen Zugangsweg hinter uns, bewaffnen uns mit einem Tablett und los geht es. Sturm auf die Theken! Meine Freundin hat das Prinzip voll raus, sie schlendert erst einmal an allen Angeboten vorbei und nimmt letztlich von allem etwas. Ich dagegen stehe etwas ratlos rum und suche die Grüne Küche. Vegetarisch ist immer gut und außerdem ist es da gerade nicht so voll. An einer Quarknachspeise mit Früchten kann ich auch nicht vorbeigehen, also rauf aufs Tablett. Wo sind die Getränke? Ach, da vorne, und jetzt zur Kasse. Da taucht meine Freundin wieder auf und hat sich nur zwei Beilagen geholt. Gut zu wissen fürs nächste Mal, ich dachte, man könne die nur mit einer Hauptspeise bekommen.
Aber so ganz habe ich das System wohl doch noch nicht geblickt, denn die Frau an der Kasse gibt mir noch den Tip, dass zu meinem Gericht eigentlich noch eine Kartoffelbeilage und ein Salat dazu gehören. Schnell ein Spurt zu den Ausgaben und wieder zurück an die Kasse. Ich bin echt freudig überrascht, als ich hinterher für alles zusammen nur fünf Mark und ein paar Kaputte zu bezahlen brauche.
Wie die übrigen Tablettkünstler auch, suchen meine Freundin und ich einen freien Platz an einem der langen Tische. Essen fassen ist angesagt! Es ist schon irre, wer da alles sitzt und futtert: der künftige Businessmöchtegern neben dem Ökofreak, Hippiemädchen neben Technogirlie. Mensa ist halt echt für alle da!
Abschließend klärt meine Freundin mich darüber auf, dass die Studenten selbst fürs Abräumen zuständig sind, das heißt Tablett schnappen und auf geht's zu den Fließbändern für die Reste. Aber nicht einfach aufs Band stellen und weg, nein, Flaschen kommen zum Leergut und Abfälle werden in getrennten Anlagen entsorgt. Gesättigt und mit neuer Energie versorgt, starten wir beide in die nächste Runde. Eins ist klar, Mensa ist cool und wir sind nächste Woche wieder da! Laura Streitbürger

Mensaplan im Netz: www.akafoe.de/mensa/mensa_rub_mo.html (bzw. statt "mo" auch "di", "mi", "do" und "fr")

   
   
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01.02.2000