| Erfolg für Bochumer Medizner | |
| Herzkranzgefäße erweitert | |
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| Ende Dezember wurde in der Kardiologischen Klinik der RUB
am St. Josef-Hospital erstmals in Deutschland ein neues, viel versprechendes
Therapieverfahren der Koronaren Herzkrankheit angewendet: die "intrakoronare
Brachytherapie". Im Anschluss an die seit langem etablierte Ballondilatation
(Aufdehnung der Herzkranzgefäße) werden die Gefäße hierbei zusätzlich mit
Gammastrahlen behandelt. Rund 1 Mio. Patienten werden jährlich weltweit mit der Ballondilatation behandelt. Bei ca. 30 bis 40 Prozent entwickelt sich innerhalb der ersten vier Monate nach der Operation eine erneute Einengung ("Re-Stenose"). Dadurch wird eine wiederholte Behandlung oder eine Bypass-Operation notwendig. Durch die Einbringung einer so genannten Stent (Gefäßstütze aus chirurgischem Edelstahl) konnte die Re-Stenose-Rate auf 25 bis 35 Prozent reduziert werden. Die Re-Stenose wird z. T. durch Narbenbildungen verursacht, die sich nach Verletzungen bilden, die bei der Ballondilatation oder der Stentimplantation auftreten können. Die Narbenbildungen entsteht durch "Zellwucherung", die durch die Drahtmaschen des Stents hindurch wachsen. Die wuchernden Zellen können eine Narbe bilden und das behandelte Herzkranzgefäß erneut einengen. Bislang ist es nicht gelungen, eine Therapie zu entwickeln, die dieses Problem beseitigt. Die "intrakoronare Brachytherapie" ist ein hoffnungsvoller neuer Ansatz. Erste klinische Studien zeigen eine deutliche Reduktion der Re-Stenosierung. Mit den Gammastrahlen wird das ungewollte Wachstum von Zellen verhindert, die Wucherungen auslösen können. Die eingesetzte Strahlendosis ist vergleichbar mit der Dosis zur Verhinderung von Narbenbildung nach Operationen. Erste Studienergebnisse aus den USA weisen einen deutlichen Rückgang der Einengungen der Herzkranzgefäße nach Einsatz der Strahlentherapie nach. Damit steigt die Hoffnung, die zahlenmäßig häufigste Erkrankung der westlichen Welt mit den meisten Todesfällen, den Herzinfarkt, erfolgreich behandeln zu können. ad |
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| 01.02.2000 |