Wie die Zeit vergeht...
   
  Fotoausstellung
 
  Von Horoskopen überschwemmt, von Weissagungen geplagt und von Prophezeiungen überhäuft konnte es einem nicht entgehen: das Millennium. Obwohl es eigentlich nur ein ganz normales Silvester war, konnte sich wohl keiner der nachdenklichen Stimmung entziehen, die zu diesem Anlass um sich griff. Gedanken über die Zeit haben sich auch 20 Künstler des Musischen Zentrums gemacht. Sie bannten die Zeit ins Bild, jeder auf seine Weise. Ergebnis: Pünktlich zum Jahrtausendwechsel stellen sie ihre Werke in einer Fotoausstellung dem Publikum vor.
Felix Freier, Leiter des Bereichs Fotografie des MZ, der das Thema zum Brainstorming vorgeschlagen hatte, war selbst überrascht, wie viele verschiedene Zugänge die Fotografen gefunden haben. Da gibt es Fotos von Uhren und ihren Innenleben als Zeitgeber, Bilder von den Zeichen der Zeit, z. B. Fotos aus dem Familienalbum mit alten und jungen Menschen, halb jugendliche und halb künstlich gealterte Gesichter, Blumen in verschiedenen Zuständen des Verwelkens und eine alternde Banane neben ihrem ewig frischen Abbild. Andere Fotografen stellen den Stillstand der Zeit dar: Alte Menschen, in deren Leben sich nur noch die Außenwelt bewegt.
Das inhaltliche Herangehen der Künstler ist ebenso verschieden wie das technische. Neben der klassischen Fotografie stehen technisch veränderte Bilder, ein Viertel der Exponate sind am Computer bearbeitet. Einige Exponate gehen über das bloße Bild hinaus, laden den Betrachter z. B. ein, hindurch zu schauen in eine andere Ebene, ein Bild hinter dem Bild.
Die Ausstellung soll keine umfassende Darstellung der Zeit sein, sondern dem einzelnen Gelegenheit geben, seine eigenen Reflexionen auszudrücken. Den Besucher sollen die Bilder zum eigenen Nachdenken über die Zeit anregen, wünscht sich Freier. Sie sollen ihn erfreuen oder verärgern, nur keinesfalls unberührt lassen: "Hauptsache, sie provozieren eine Reaktion. Wenn sich zwei Betrachter vor einem Bild streiten, dann finde ich das gut!"
Besondere Publicity erhielt die Ausstellung aus heiterem Himmel durch die "Kachelmann Wettershow": Das im Gebäude MB beheimatete Studio baute drei Stunden lang seine Ausrüstung auf, um vor der Kulisse der Zeitbilder die Wetternachrichten zu produzieren. Die Ausstellung "Zeit" ist bis zum 28.1.00 (werktags ganztägig) im Eingangsbereich des MZ zu sehen. Bei der Finissage wird eine interaktive CD-Rom mit allen Exponaten und Informationen zu den Künstlern präsentiert, die auch zu erwerben sein wird. Meike Drießen
   
   
   
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03.01.2000