| Geographie studieren lernen | |
| WBZ erleichtert den Einstieg | |
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| "Der Geist des Menschen ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern
ein Feuer, das entfacht werden will" (Plutarch). Unter diesem Motto fand
vom 21.-23.10.99 im Audiovisuellen Zentrum (AVZ) die Blockveranstaltung
zur Einführung in das Geographiestudium statt. Ziel der Zusammenarbeit zwischen
dem Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeographie (Prof. Heiner Dürr)
und dem Projekt Teamberatung des WBZ war, Studienanfängern unter der Leitfrage
"Was heißt studieren?" einen neuen und besseren Einstieg ins Studium zu
ermöglichen. Neben Dürr sowie Hille Lieverscheidt und Dr. Christina Reinhardt (WBZ) hatten zwölf studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte (Tutoren) vom Geographischen Institut ein Konzept ausgearbeitet, um einer großen Gruppe fachliche, methodische und soziale Elemente des Studiums zugänglich zu machen. Als methodisches Gerüst diente die Großgruppenmethode RTSC (Real Time Strategic Change), da hier sowohl das Vermitteln von Visionen als auch die aktive Gruppenarbeit berücksichtigt werden. Am 1. Tag (Donnerstag) stand das Kennenlernen im Mittelpunkt. In Arbeitsgruppen konnten die 66 Teilnehmer bisherige Erfahrungen des Studentenlebens austauschen. Prof. Dürr stellte in seinem "Plädoyer für die Geographie" das Fach aus seiner Sicht vor und beantwortete erste Fragen. Der Nachmittag galt den Themen Motivation und Berufswunsch. Wiederum in Gruppenarbeit wurden Präsentationen erstellt und diskutiert. Sieben berufstätige Geographen erzählten von ihrer Tätigkeit und ihrem Werdegang und beantworteten Fragen. Am Freitag widmete man sich den Projektarbeiten. In 13 Gruppen arbeiteten die inzwischen noch 48 Teilnehmer an Präsentationen zu verschiedenen geographischen Themen und lernten erste wissenschaftliche Arbeitstechniken kennen. Die Ergebnisse wurden am letzten Tag im Rahmen eines Infomarktes präsentiert und ausgewertet. Die verbliebenen 38 Studierenden nutzten in letzten Gruppenarbeiten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen und Zukunftsperspektiven auszutauschen und anschließend im Plenum mit den Tutoren und Lehrenden zu diskutieren. Am Abend konnten alle Teilnehmer auf der Semestereinstiegsparty der Geographie die drei Tage ausklingen lassen. Das Feedback zur gesamten Veranstaltung fiel sehr positiv aus. "Ich fand die Gruppenarbeiten gut, vor allem um Leute kennen zu lernen" - so oder ähnlich äußerten sich die meisten Teilnehmer. Obwohl viele sich zunächst skeptisch gezeigt hatten, blieb der Eindruck, dass die Gruppenarbeit wesentlich dazu beigetragen hat, die Anonymität aufzubrechen. Überrascht zeigten sich auch die Mitarbeiter der Vorbereitungsgruppe über den Erfolg der Arbeitsgruppen. Dabei wurde besonders die Motivation der Studierenden gelobt. Natürlich gab es auch Kritikpunkte. Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen und Exkursionen z.B. verhinderten, dass manche Teilnehmer über alle drei Tage dabei sein konnten. "Ich fände es besser, wenn die Einführung schon vor Semesterbeginn stattgefunden hätte", lautete ein Vorschlag fürs nächste Jahr. Auch hätten sich einige Studierende mehr Infos zum konkreten Studienverlauf gewünscht. Außerdem hielt nicht jeder Teilnehmer die Auswahl der Berufstätigen für gelungen. "Schade fand ich, dass kein Lehrer unter den Berufstätigen war", äußerte einer der Teilnehmer. Andere bemängelten, dass keine Frauen über ihre Erfahrungen berichteten. "Dafür, dass keiner wissen konnte, wie sich die Veranstaltung entwickeln würde, hat es erstaunlich gut geklappt", sagte Hille Lieverscheidt vom WBZ in ihrer Nachbetrachtung. Die Verbesserungsvorschläge wolle man natürlich berücksichtigen, wenn das Modell ab dem WS 00/01 beim geplanten Bachelorstudiengang eine verbindliche Veranstaltung werden soll. Zudem ist am 14.2.00 eine weitere Veranstaltung mit den Teilnehmern des ersten Versuches geplant. Dann sollen die Studierenden berichten, wie sie das Projekt nach Ablauf des ersten Semesters bewerten und gegebenenfalls weitere Verbesserungsvorschläge anbringen. Infos dazu werden rechtzeitig durch Aushänge bekannt gegeben. Nikola König |
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| 03.01.2000 |