Alles über G-Räume
   
  Kürzeste Dissertation
 
  Bernd Stratmann, Mathematiker der RUB, verfasste mit 32 Seiten die kürzeste Dissertation des Jahres 1998 und gewann damit einen ungewöhnlichen Wissenschaftswettbewerb. Stratmann untersuchte die "Komplexifizierung eigentlicher Hamiltonscher G-Räume": In der klassischen Mechanik existiert eine Formalisierung der (klassischen) Physik, d.h. eine Beschreibung von Systemen ohne Quanteneffekte und Zufallskomponenten, die so genannte Hamiltonsche Mechanik, der in der Mathematik das Modell der symplektischen Mannigfaltigkeiten entspricht. Zudem gibt es den klassischen Satz von Emmy Noether, der besagt, dass zu jeder infinitesimalen Symmetrie dieses Systems eine Konstante der Bewegung existiert, die invariant unter den Symmetrien des Systems ist. Betrachtet man das Verhalten des Systems im zeitlichem Verlauf, so ändert sich dieser Messwert nicht. Man kann also das Verhalten des Systems für jeden festen Messwert dieser Art getrennt betrachten. Leider sind diese Mengen (fester vorgegebener Messwerte) "hässlicher" als die Ausgangsmenge, denn sie enthalten meist Singularitäten, d.h. Punkte, an denen die Werte, die das System lokal charakterisieren, nicht mehr unabhängig sind. In der komplexen Analysis, in der Objekte über dem Körper der komplexen Zahlen betrachtet werden, haben solche Objekte oft erheblich bessere Eigenschaften. Stratmann fragte, ob man ein Hamiltonsches System mit "vernünftigen" Symmetrien komplexifizieren kann, d.h., ob man jeder Ausgangsdimension eine imaginäre Richtung hinzufügen kann, die Symmetrien und die Hamiltonstruktur fortsetzen kann. Stratmann beantwortet diese Frage unter einer kleinen Bedingung positiv. ad
   
   
   
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03.01.2000