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Bochumer Wissenschaftler wollen die schon 30 Jahre währende
Diskussion des emotionsgeladenen Gerechtigkeitsbegriffs ein entscheidendes
Stück vorantreiben. Zum Thema "Kriterien der Gerechtigkeit in Ökonomie,
Sozialpolitik und Sozialethik" genehmigte die Deutsche Forschungsgemeinschaft
einer Gruppe von RUB-Wissenschaftlern (Sprecher: Prof. Christofer Frey,
Evangelisch-Theologische Fakultät) ein Graduiertenkolleg, das sie ab 1.
Mai 2000 für mindestens sechs Jahre lang fördern wird. In ihm soll das Problem
der Gerechtigkeit interdisziplinär behandelt werden: aus juristischer, ökonomischer,
sozialer und theologischer Sicht.
Die Bochumer Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, den schwierigen Vermittlungsprozess
zwischen Konzeption und praktischer Gestaltung der Gerechtigkeit zu suchen
und zu analysieren. Dazu wollen die Wissenschaftler besonders auf die Suche
nach den Kriterien für den Gerechtigkeitsbegriff gehen, indem sie anwendungsorientierte
Verfahren, Prozesse, Institutionen und soziale Veränderungen, in denen ein
normativer Gerechtigkeitsanspruch mit schwingt, beobachten. Ihre Erkenntnisse
wollen sie an den Traditionen des geschichtlichen und neuen Gerechtigkeitsdiskurses
messen. jk |