| Gründung der Projektgruppe | |
| Kosten- und Leistungsrechnung an der RUB | |
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| Hochschulen kosten viel Geld. Zu welchem Zweck sie es ausgeben,
weiß man auch. Wird es aber auch effektiv verwendet? Die von den Hochschulen
eingesetzte Kameralrechnung (Kameralistik) dient vor allem der laufenden
Bugdetkontrolle, sollte aber um Funktionen ergänzt werden, die Aufschluss
darüber geben, ob die Hochschulen auch wirtschaftlich arbeiten. Was z. B.
kostet die RUB die Ausbildung einer Studentin der Wirtschaftswissenschaften?
Die Verwendung immer knapper werdender öffentlicher Mittel muss nach außen
gerechtfertigt, nach innen sollte sie leistungsbezogen begründet sein. Dazu
können wir uns bewährter betriebswirtschaftlicher Instrumente bedienen:
Kameralistik, die mit Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) optimiert wird.
Kosteninformationen erleichtern die Hochschulplanung unbeschadet der Tatsache,
dass die der Hochschule gesteckten Ziele nicht primär ökonomisch sind. Die wichtigsten Ziele, die mit der Einführung der KLR verbunden werden, sind: Förderung des Kostenbewusstseins; Wirtschaftlicher Mittelverbrauch; Offenlegen des Ressourcenverbrauchs der Hochschule, Kostentransparenz; Langfristige Planung nach wirtschaftlichen Kriterien; Preisermittlung für innerbetriebliche Leistungsverrechnung; Entscheidungsunterstützung. Über die modellhaft eingeführte Finanzautonomie sind seit 1992 die finanziellen Spielräume der Hochschulen wesentlich erweitert worden: vollständige Deckungsfähigkeit von Personal-, Sach- und Investitionsausgaben, temporäre Ausweitung des Stellenplans um 5 %, Mittelschöpfung aus nicht besetzten Planstellen und Stellen sowie Übertragbarkeit in Höhe von 1 % des Haushaltsvolumens. Zur Weiterentwicklung dieser Strategie ist es erforderlich, dass den Hochschulen interne Steuerungsmechanismen zur Verfügung gestellt werden. Es liegt im Interesse der Hochschulen und des Landes, einen differenzierten Einblick in den Zusammenhang von eingesetzten Ressourcen und erbrachten Leistungen zu bekommen. Das NRW-Wissenschaftsministerium (MSWWF) hat auf Basis der Landeshaushaltsordnung vom 16.4.1999 (§ 7a) den Erlass zur Einführung der Kosten- und Leistungsrechnung an den nordrhein-westfälischen Hochschulen Ende August 1999 herausgegeben. Modellversuche, die das MSWWF in Kooperation mit der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS GmbH) an der Uni Bonn, der GH Wuppertal und den FH Dortmund und Niederrhein initiiert hat, wurden erfolgreich abgeschlossen. Das MSWWF wird nun die flächendeckende Einführung der KLR auf der Basis des Softwareprodukts HISCOB unterstützen. Der COntrolling-Baustein HISCOB der HIS GmbH ist ein Softwaresystem, das KLR auf kameraler Basis bietet und speziell auf die Ansprüche von Hochschulen als Erbringer von Dienstleistungen in Lehre und Forschung zugeschnitten ist. Das MSWWF finanziert im festgelegten Projektzeitraum von 4 Jahren (bis Ende 2002) den Support, den die HIS GmbH den Hochschulen bei der Einführung von HISCOB erbringen wird, wobei jeweils mehrere Hochschulen gemeinsam von der HIS GmbH betreut werden. Die RUB wird in einer 1. Phase alle internen Vorbereitungen für den Einstieg in die KLR treffen, um dann in einer 2. Phase Anfang 2001 in Kooperation mit dem MSWWF und der HIS GmbH HISCOB einzuführen. Für die RUB ist mir die Leitung des Projekts vom Kanzler übertragen worden, die Mitglieder der Projektgruppe sind Vertreter/innen der Dezernate. Die konstituierende Sitzung fand am 3.11.1999 statt. Bis Ende 2000 ist viel zu leisten: Die Projektgruppe wird zunächst die theoretischen Konzepte für eine Hochschul-KLR gemeinsam erarbeiten. Anschließend werden wir die Kooperation mit allen Fakultäten und übrigen Einrichtungen der RUB suchen: Der vom MSWWF vorgelegte Entwurf eines einheitlichen Kostenartenrahmenplans muss überarbeitet werden und die für die RUB geltende Kostenstellenhierarchie festgelegt werden. Die Projektgruppe wird die schon in RUBENS (Nr. 46) angemahnte Problematik der wechselseitigen Beziehungen von Kostenarten, Kostenstellen und Leistungen nicht übersehen. Die Zuordnung von entstandenen Kosten kann eigentlich nur "vor Ort" durchgeführt werden, nur dort kann entschieden werden, für welche verbrauchten Güter Kosten entstanden sind (Kostenarten), wo die Kosten entstanden sind (Kostenstellen) und wofür die Kosten entstanden sind (Kostenträger). Schwerpunkt des Projekts im Jahr 2000 wird die Ist-Analyse der bestehenden universitären Geschäftsprozesse im Hinblick auf eine KLR sein. Verschiedene Arbeitsgruppen werden dafür alle relevanten operativen Basissysteme hinsichtlich ihrer Möglichkeit, HISCOB mit den erforderlichen Daten zu beliefern, untersuchen. Ob es dafür genügt, bestehende Software anzupassen, ob geeignete Standardsoftware eingesetzt werden kann oder ob eigens alles neu programmiert werden muss, soll auf Basis von Pflichtenheften für die softwaretechnisch einzubeziehenden Systeme gelöst werden. Die Projektgruppe sieht in der KLR ein geeignetes Instrument für ein modernes Hochschulmanagement, welches aber nur dann die gewünschten Verbesserungen bringen kann, wenn es innerhalb der RUB akzeptiert wird und als Berichtssystem der Kontrolle der zu erreichenden Ziele der RUB dient. Diese Ziele gilt es deutlich zu formulieren! Martina Rothacker, Dez. 8 |
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| 30.11.1999 |