| Gegen Tumore impfen | |
| RUBIN 2/99 erschienen | |
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| Impfungen regen das Immunsystem des Körpers an, bestimmte
fremde Zellen als solche zu erkennen und auszumerzen. Dass dies einmal auch
bei Tumorzellen funktionieren wird, ist ein Traum der Medizin. Das Problem
ist, dass Tumore aus körpereigenen Zellen entstehen, die aus verschiedenen
Gründen plötzlich sehr schnell zu wachsen beginnen und sich dann verändern.
Besonders tückisch sind sie, weil sie gern "streuen", d.h. Tumorzellen zirkulieren
mit dem Blut im Körper, bleiben irgendwo im Gewebe hängen und können dort
jahrelang ausharren, bis sie urplötzlich wieder aktiv werden und sich teilen,
so dass eine neue Kolonie des alten Tumors entsteht - das ist der Grund
für die sehr schlechte Langzeitüberlebenschance vermeintlich geheilter Tumorpatienten. Ein entscheidender Schritt zu einer ‚Impfung gegen Krebs' gelang amerikanischen Forschern. Sie injizierten Patienten Tumorzellen, in die sie ein Gen eingebaut haben, das sie anregt, Zytokin zu produzieren. Dieses biologische Molekül dient den Immunzellen des Körpers zur Kommunikation. Das Immunsystem beseitigt die schädlichen Zellen, der Tumor wird kleiner. Bochumer Wissenschaftler um Prof. Dr. Frank W. Falkenberg (Abteilung für Medizinische Mikrobiologie) haben nun ein verblüffend einfaches Konzept zur Impfung gegen Tumore entwickelt, das sich im Test an Mäusen als außerordentlich erfolgreich erwiesen hat: Sie spritzten den Versuchstieren Zytokin in Depotform in einer Mischung mit inaktivierten Tumorzellen. Das Zytokin lockt Fresszellen zum Injektionsort, die Tumor- und Depotpartikel mit in die Lymphknoten nehmen, wo weitere Immunzellen zum Kampf gegen den Tumor angeregt werden. Diese Methode kommt ohne Genübertragung aus, die immer auch ein "Würfelspiel" darstellt. D.h., der "Impfstoff" kann wesentlich gezielter eingesetzt werden. Die Forscher stehen nun vor der Herausforderung, dieses neue Verfahren auch auf Menschen zu übertragen. Ihr Immunsystem funktioniert im Prinzip wie das der Maus, aber im Gegensatz zu den genetisch gleichen Zuchtmäusen sind Menschen sehr unterschiedlich. Auch menschliche Tumore verhalten sich ganz anders, als die bei der Maus verwandten. Doch zunächst gilt es, eine Hürde zu nehmen: Das Arzneimittelgesetz verbietet es, durch Röntenstrahlung inaktivierte Tumorzellen beim Menschen einzusetzen. Den vollständigen Beitrag können Sie in der gerade erschienenen RUBIN 2/99 lesen, wo Sie außerdem folgende Themen finden: Die Berechnung des Geburtsjahres Christi; Vom sanften Aufprall: Elektronik ersetzt Nockenwelle; Pech gehabt! - Reststoffe aus der Straße in die Straße; Garzweiler: Braunkohle und Feuchtgebiete; Reibungslos in den Erdmantel sowie zwei Beiträge aus der Chemie: Hauchdünne Hüllen - leuchtende Schwämme; Selbstorganisiert, und doch durchschaut. Meike Drießen |
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| RUBIN ist erhältlich in den Unibuchhandlungen Schaten und Brockmeyer, sowie in der Pressestelle der RUB zum Preis von 5 DM. Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin.htm | |
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| 30.11.1999 |