| Brüche in der Erde | |
| Erdbeben in der Türkei | |
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| 17.8.99, 2.05 h morgens: Die Seismometer der RUB-Erdbebenwarte
beginnen unruhig zu werden, statt ruhiger Linien laufen Wellen über den
Bildschirm. Niemand befindet sich im ebenerdigen Raum im NA. Der Observator
der Warte, der Geophysiker Dr. Alpan Cete, schläft wie die meisten und ahnt
nichts von der Katastrophe, die auch Teile seiner Geburtsstadt Istanbul
zu Grunde richtet. Erst am nächsten Morgen erfasst er das Unglück per Druckerauszug:
Unzählige Wellen machen das Beben mit der Stärke von 7,8 auf der Richterskala
sichtbar. "Erdbeben sind vorprogrammiert, aber trotz bester Technik nicht vorhersagbar", betont Cete. Der Nutzen seismologischer Überwachungen liegt woanders: Sie können Vorgänge im Erdinnern erklären, man kann anhand statistischer Messungen Prognosen treffen, dass in gefährdeten Gebieten Beben mit bestimmten Stärken möglich sind. Das geschieht dann, wenn sich - wie jetzt in der Türkei - die Kontinentalplatten aufeinander zu bewegen, sich ineinander verkeilen und aufeinander drücken. Dann bricht ein Stück der Erdkruste ab - die Spannungen entladen sich im Beben. Planbar sind jedoch die Methoden der Schadenbekämpfung. "Die Auswirkungen des Bebens hängen seiner Stärke ab", so Cete, "aber auch von der Beschaffenheit des Bauuntergrunds und der Bauweise. Bauherren und Käufer müssen sich über die Qualität des Bauens im Klaren sein und sie erforschen." Täglich finden weltweit Beben statt, die die Bochumer Seismometer genau so erfassen wie die bergbaubedingten Erschütterungen im Ruhrgebiet. Die misst die Bochumer Warte an drei Messstellen an der ehemaligen Zeche Klosterbusch im Lottental, am Staatshochbauamt und dem Technischen Zentrum am Kalwes. Die gemessenen Bodenbewegungen sind jedoch schwach verglichen mit den furchtbaren Auswirkungen im westlichen Industriezentrum der Türkei. tas |
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| 30.09.1999 |