Von Konsens geprägt
   
  Das klassische Athen
 
  Das aktuelle Buch des Bochumer Historikers Prof. Karl-Wilhelm Welwei (Lehrstuhl für Alte Geschichte an der RUB) behandelt die Geschichte Athens vom Ende der Tyrannis (510 v. Chr.) bis zur Niederlage der Athener bei Chaironeia im Kampf gegen Philipp II. (338 v. Chr.). Es erläutert den Zusammenhang zwischen der demokratischen Verfassung und der Expansion der Athener im 5. Jh. v. Chr. und verdeutlicht, dassauch im 4. Jh. in Athen ein weitgehender Konsens über die Ziele der Außenpolitik und über die Prinzipien des demokratischen Systems bestand. Welwei zeigt, dass die athenische Politik gerade durch die demokratische Ordnung Konstanz und Kontinuität gewann, da die Meinungsführer und Debattenredner immer wieder ihre Vorschläge an den gemeinsamen Interessen der Bürger orientierten und sich um breiten Konsens bemühen mussten. Langfristige Meinungsdiktate konnten sich dagegen unter dem Druck ständiger Bewährung zwischen konkurrierenden Gruppen nicht durchsetzen. Ausführlich wird zudem der Geschichte der großen außenpolitischen Konflikte der Zeit mit dem Perserreich und mit Sparta nachgegangen. ad
  Karl-Wilhelm Welwei: "Das klassische Athen. Demokratie und Machtpolitik im 5. und 4. Jahrhundert", Primus Verlag, Darmstadt 1999, 480 S., DM 98; im WS hält Prof. Welwei eine Vorlesung zum Thema (s. Vorlesungsverzeichnis).
   
   
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30.09.1999