| Drei Länder, eine Idee | |
| Internationales Seminar Steuerrecht | |
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| Mit der Teilnahme des Lehrstuhls für Steuerrecht der RUB
(Prof. Dr. Roman Seer) am diesjährigen in Zagreb und Rijeka (Kroatien) veranstalteten
Dreiländerseminar wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Jagielonischen
Universität Krakau und der Juristischen Fakultät Zagreb fortgeführt. Nach Krakau (1997) und Bochum (1998) hatten sowohl Wissenschaftler als auch Studenten erneut Gelegenheit, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Steuersysteme, diesmal zu den Generalthemen "Besteuerungsverfahren und Rechtsschutz" sowie "Unternehmensbesteuerung in Deutschland und Kroatien" in Vorträgen und Diskussionen rechtsvergleichend auszuarbeiten. Im Hinblick auf die zurzeit in Deutschland geforderte grundlegende Steuerreform stieß der Vergleich mit dem kroatischen Steuerrecht als einem besonders jungen und modernen System auf großes Interesse, denn während das Steuersystem in Deutschland vornehmlich kapitalorientiert ist, hat sich der kroatische Steuergesetzgeber für eine konsumorientierte Besteuerung entschieden. Neben der fachlichen Auseinandersetzung hatten die Teilnehmer vor allem bei der Tagesfahrt nach Vukovar die Möglichkeit, Einblick in die jüngste Geschichte Kroatiens zu erhalten. Gleich einem Mahnmal zeigte sich hier die Zerstörung und Brutalität des Bürgerkrieges, der Anfang der 90er-Jahre ausbrach und dessen Spuren noch längst nicht getilgt sind. Dass die Konflikte auf dem Balkan längst nicht gelöst sind, wurde allen alsbald deutlich ins Gedächtnis gerufen. Während der Besichtigung eines Weinguts in llok, einer Stadt südlich von Vukovar gelegen und vom jugoslawischen Staatsgebiet ebenfalls nur durch die Donau getrennt, waren Kampfflugzeuge zu sehen. Kurze Zeit später ertönte vom anderen Ufer her Luftalarm. So wurde vor allem den ausländischen Studenten, die Krieg nur aus Geschichtsbüchern und den Nachrichten kennen, bewusst, welches menschliche Leid sich hinter Schlagwörtern wie "Kosovo Konflikt" verbirgt. Neben weiteren politischen sowie kulturellen Veranstaltungen und Exkursionen, bei denen die schöne und abwechslungsreiche kroatische Landschaft immer wieder begeisterte, war es gerade der Erfahrungsaustausch mit den kroatischen und polnischen Studenten, der neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen die Würze des Seminars bildete. In langen und kontroversen Gesprächen war es immer wieder erstaunlich festzustellen, wie ähnlich sich die Studenten trotz ihres unterschiedlichen kulturellen und geschichtlichen Hintergrundes hinsichtlich ihrer Erwartungen, Wünsche und Lebenseinstellungen waren. Dieses ausgewogene Verhältnis zwischen fachwissenschaftlichem und menschlichem Austausch machte diese Fahrt letztendlich auch zu einem unvergesslichen Erlebnis und erweckt bereits jetzt die Vorfreude auf ein Wiedersehen in Krakau im Jahre 2000. Annette Rudek |
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| 30.09.1999 |