| Dioxine: Entwarnung unter Vorbehalt | |
| RUBIN 1/99: Wissenschaft "gut verdaulich" | |
|
|
|
| Von "Seveso" bis "Futtermittel" - Dioxine machen immer wieder
Schlagzeilen. Doch was ist mit der alltäglichen Belastung durch die Nahrungsaufnahme?
Erst seit Ende der 80er Jahre macht eine hochsensible Labortechnik Dioxine
im Blut überhaupt nachweisbar. Die erste Langzeitstudie präsentieren jetzt
Umweltwissenschaftler der RUB (Abteilung für Hygiene, Sozial- und Umweltmedizin).
Sie geben Entwarnung, aber unter Vorbehalt - nachzulesen in RUBIN 1/99,
dem Wissenschaftsmagazin der RUB, das soeben erschienen ist. Neben zahlreichen
interessanten kürzeren News widmet sich das Magazin ausführlich Themen aus
Natur-, Ingenieur-, Geisteswissenschaften und der Medizin. Sterne sind nicht immer Feuerkugeln. Wenn sie entstehen, geht es eisig zu. Selbst nach 100.000 Jahren ist von Leuchten keine Spur. Infrarot- und Radioastronomie bringen erst jetzt Licht ins Dunkel der Sternentstehung - und Erstaunliches zutage: Eine Scheibe aus Gas und Staub umgibt fast jeden jungen Stern. Astronomen haben sie als Orte der Planetenbildung ausgemacht. Die Ergebnisse am Lehrstuhl von Prof. Rolf Chini (Astrophysik) stellen sie in Frage: die Einzigartigkeit unseres Sonnensystems. Die Natur beherrscht es meisterhaft, aus der Fülle aller Möglichkeiten Neues zu entwerfen und dabei den Kompromiß zu finden zwischen Komplexität und Einschränkung. Die biologische Evolution ist das Rezept, nach dem Dr. Bernhard Sendhoff Strukturen über eine Fitneßlandschaft wabern läßt. Eine Bergkuppe erreichen heißt hier, mit evolutionären Algorithmen die optimale Lösung finden. Das Prinzip hat große Perspektiven. Am Lehrstuhl von Prof. Werner von Seelen (Institut für Neuroinformatik) geht es u.a. um Granulare Transportsysteme für Verkehrsleitsysteme oder Mischdichtemodelle zur medizinischen Prognose. Unter den Institutionen des kulturellen Lebens in Deutschland ist das "Stadttheater" eine der merkwürdigsten. Warum nehmen Kommunen das Theaterwesen in die eigene, kostspielige Regie und versorgen ihre Bevölkerung mit dieser Art von Kultur, als handele es sich um Wasser oder Gas? Ihre seit Jahrzehnten anhaltende Krise macht die Einrichtung zum Objekt einer sozialgeschichtlich ausgerichteten Literaturwissenschaft. Am Beispiel des Bochumer Schauspielhauses untersucht Prof. Uwe-K. Ketelsen (Neugermanistik/Sozial- und Kulturgeschichte der Literatur) "Das Stadttheater: Aufstieg und Niedergang des Bildungstheaters". Das getrennt lebende, nicht (mehr) verheiratete Paar, das sich ein zweihäusig aufwachsendes mobiles Kind teilt - sieht der Soziologe Hoffmann-Nowotny als die Familienform, die den vielfältigen Optionen der modernen "individualisierten" Gesellschaften des Westens optimal angepaßt sein wird. Eine Bestandsaufnahme unternimmt Prof. Klaus Peter Strohmeier (Soziologie) im Rahmen einer international vergleichenden Studie. Das Ergebnis: Ein deutscher Sonderweg, sowohl im Familienleben als auch in der Familienpolitik. Keine schlechten Straßen und kein Fahrtwind sollen den Fahrkomfort mehr schmälern. Auch im Automobilbau setzt man auf neuartige Materialien, die, ausgestattet mit Sensoren und Aktoren, flexibel auf die Umwelt reagieren. "Smarte" oder "intelligente" Werkstoffe erkennen lärm- und verschleißfördernde Schwingungen und reagieren sehr schnell mit gezielten Gegenschwingungen - beschrieben von der Arbeitsgruppe Numerische Methoden in der Mechanik und Simulationstechnik. Die Ziele sind hoch gesteckt: Mit der gleichen Brennstoffmenge im Kraftwerk mehr Strom erzeugen oder mit dem Düsenflugzeug weiter fliegen. Zu erreichen sind sie nur durch höhere Wirkungsgrade der Turbinen. Wenn die Möglichkeiten der Konstruktion ausgereizt sind, bleibt nur, die Temperatur im heißesten Teil der Turbine zu erhöhen. Werkstoffe sind gefragt, die selbst bis zur Weißglut erhitzt, mechanischen Belastungen standhalten. Prof. Gunther Eggeler (Institut für Werkstoffe) macht deutlich, was in Hochtemperaturwerkstoffen steckt. Der gefürchtete Bandscheibenvorfall führt oft zu chronischen Beschwerden. Aktuelle Studien machen neben somatischen Faktoren insbesondere die Psyche dafür verantwortlich. Mit Risikodiagnostik und verhaltenstherapeutischen Angeboten zeichnen sich erstaunliche Erfolge ab. Damit diese einem breiten Patientenspektrum zugute kommen können, wird in der Arbeitsgruppe von Prof. Monika Hasenbring (Abteilung für Medizinische Psychologie) derzeit eine PC-gesteuerten Screening-Diagnostik mit dem Telemetrischen Patienten-Diagnose-System (TPDS) entwickelt. Der behandelnde Arzt erhält damit in kürzester Zeit ein Risikoprofil seines Patienten mit entsprechenden Empfehlungen für weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen. bk |
|
| RUBIN ist erhältlich in den Universitätsbuchhandlungen Brockmeyer und Schaten sowie in der Pressestelle der RUB zum Preis von DM 5,-; Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rubin.htm | |
|
|
| zurückblättern | zur Themenübersicht | weiterblättern |
| 30.06.1999 |