| Auf zum kritischen Dialog | |
| Ein Anfang ist gemacht | |
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| Mit zwei Großveranstaltungen hat sich die RUB im Juni der
Öffentlichkeit präsentiert: Das "Sommerfest" holte mehrere Zehntausend Bürger
auf den Campus, zum "Treffpunkt Forschung" stellten sich Wissenschaftler
der vier Bochumer Hochschulen mit Exponaten den Fragen der Bürger/innen
im Herzen der Stadt. Darüber hinaus hat Ende Mai die Fakultät für Biologie
mit Gästen und Studierenden ein Fest gefeiert sowie in Vorträgen und zwei
aufwendig hergestellten Heften "Biologie 2.000" und "BIO-RUBIN" ihr Wissenschafts-
und Lehrprofil nach dem Vorbild der Fakultät für Chemie vorgestellt, die
in den letzten Jahren regelmäßig die Vorstellung neuer Lehr- und Forschungsgebiete
mit einem Fest verbindet. Solche und weitere Veranstaltungen sind notwendig. Dennoch reichen sie nicht aus, um Verständnis für und Verständigung über Wissenschaft in einem kritischen Dialog mit der Öffentlichkeit herzustellen. In der deutschen Öffentlichkeit fehlt weitgehend das Bewußtsein, daß Wissenschaft in alle Sparten des Lebens dringt und sie bestimmt, und in der deutschen Wissenschaft wächst nur langsam das Bewußtsein, daß sie anschaulich vermittelt werden muß. Wer sich dazu aufrafft, ist häufig genug dem Nasenrümpfen der Kollegen ausgesetzt. Noch zu viele hängen der typisch deutschen idealistischen Tradition nach zu glauben, daß nur ein unverständlicher Wissenschaftler ein Genie ist - als das besonders Kleingeister gelten wollen. Wer also in die USA schielt oder nach Großbritannien, der sollte geflissentlich die andere Seite nicht übersehen: Daß dort die verständliche Vermittlung von Wissenschaft frei von jedem "Geniegehabe" in Festivals, Messen, Schulen, auf der Straße, etc. gang und gebe ist. Endlich - muß man daher sagen - haben wenigstens die Spitzen in der Allianz der Wissenschaftsorganisationen (HRK, MPG, FhG, DFG, HGF, WBL und Wissenschaftsrat) Konsequenzen gezogen und das Memorandum "Dialog Wissenschaft und Gesellschaft" unterzeichnet. Parallel dazu hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft das zunächst mit nur DM 500.000 dotierte Aktionsprogramm PUSH (Public Understanding of Science and Humanities) ausgeschrieben, mit dem Wissenschaftler/innen angeregt werden sollen, in Schulen, Familien, der "institutionalisierten Öffentlichkeit" und Medien den "Alltagsbezug" und die "unmittelbare Nützlichkeit" von Wissenschaft und Technik in möglichst "lebendiger, auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnittene Vermittlungs- und Kommunikationsformen" nahezubringen. Damit ist erst ein Anfang gemacht - wenn auch nur ein halbherziger. Und es wird noch ein langer und dorniger Weg zu gehen sein, bis das Ziel erreicht ist, daß z.B. jegliche Bewilligung eines Antrags auf Förderung eines wissenschaftlichen Projektes mit dem Kriterium "Dialog mit der Wissenschaft" gekoppelt sein muß. jk |
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| 30.06.1999 |