| Der liebe Schein | |
| Studentisches Theater Eins | |
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| Frei nach dem Motto "Die großen Bühnen machen Sommerpause:
Wir spielen jetzt erst recht!" feiert Ende Juni ein junger Regisseur sein
Theaterdebüt am Musischen Zentrum: der 24jährige Siegfried Bast, der kürzlich
sein Theaterstudium an der RUB abschloß und zuletzt am Essener Grillotheater
bei Dario Fos "Bezahlt wird nicht" assistierte. Seine erste eigene Inszenierung
trägt den Titel "Der liebe Schein - Vier Notlügen" von Eduardo De Filippo. De Filippo ist neben Dario Fo der bekannteste Autor in der Tradition des italienischen Volkstheaters. In vier Einaktern lassen sich die Figuren amüsante und makabere Versteckspiele einfallen, um sich aus brenzligen Situationen zu retten oder um widrige Lebensumstände zu meistern. Bast entschied sich bei Regiedebüt für De Filippos Stücke, weil sie so reich an Theatermitteln sind, die ans Kasperletheater erinnern. Manche Einakter tendieren zur Verkleidungsklamotte, andere wiederum zu einem feinsinnigeren, tragikomischen Humor. Da nimmt z. B. die personifizierte Schwester Caritas scheinbar übermenschliche Opfer auf sich, um Bruder sowie kranker Schwägerin die Zeit der Genesung zu versüßen. Oder der zum Todkranken eilende Jugendfreund verausgabt sich, um dessen letzten Willen zu erfüllen. Darüber hinaus gibt es das allseits bekannte streitsüchtige Ehepaar, das jedoch ungeahnte Wege der ehelichen Versöhnung kennt. Daß man, um die rückständige Miete zu bezahlen, nicht nur die Möglichkeit des gefährdeten 630-Mark-Job nutzen kann, zeigt zu guter Letzt eine gewitzte junge Frau. Viermal nacheinander wird also allzu Alltägliches auf die Bühne gebracht, jedoch gemischt mit der Würze des makabren Humors. ad |
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| Der liebe Schein, Premiere: 20.6.99; weitere Termine: 20./24.-27.6., jeweils um 20 h, Studiobühne des MZ | |
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| 31.05.1999 |