Probleme der Systemtransformation
   
  Workshop für Stipendiaten
 
  Koordiniert vom Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik II (Prof. Dr. Volker Nienhaus) und vom Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE), läuft seit rund zwei Jahren ein erfolgreiches Austauschprogramm. Im durch den DAAD initiierten und durch Mittel des Auswärtigen Amtes finanzierten Programm werden Stipendien an fortgeschrittene Studierende der Wirtschaftswissenschaft aus Zentralasien, dem Kaukasus und der Republik Moldova vergeben.
Hintergrund des Programms sind die vielfach unzureichenden Studienmöglichkeiten gerade im Bereich der Wirtschaftswissenschaft, die sich im fortdauernden Prozeß der Systemtransformation in den ehemaligen Sowjetrepubliken eingestellt haben. In fachlicher und sprachlicher Hinsicht besonders qualifizierten Studenten soll die Möglichkeit eröffnet werden, in einem zweisemestrigen Studienaufenthalt an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft die vermittelten Lehrinhalte in Ausschnitten zu erwerben um so ihren wissenschaftlichen Horizont zu erweitern.
Durch das Absolvieren eines 6 bis 8wöchigen Praktikums in einem deutschen Unternehmen werden zudem Einblicke in die westliche Unternehmenskultur und praktische Erfahrungen vermittelt. Neben der fachlichen Betreuung durch das IEE und den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik II, die z.B. Workshops zu ausgewählten Themen oder Studienreisen zur Bundesbank oder zur Deutschen Börse in Frankfurt umfaßt, wird das Stipendienprogramm um ein kulturelles Rahmenprogramm ergänzt, das den Studierenden möglichst vielfältige Einsichten in das gesellschaftliche Leben während ihres Auslandsaufenthalts vermitteln soll.
Seit August 1998 befindet sich die zweite Gruppe an der RUB. Die Stipendiaten kommen aus Usbekistan (2), Kirgistan (1), Tadschikistan (1), Georgien (4), Armenien (2) und Aserbaidschan (1) sowie aus der Republik Moldova (2). Die bisherigen Erfahrungen mit dieser sowie mit der ersten Gruppe werden von allen Beteiligten als durchweg positiv bewertet. Die Studierenden sind zumeist sehr motiviert und engagiert. Die Sprachkenntnisse sind beim Beginn des Stipendiums überraschend gut und nach einem zweimonatigen Deutschkurs, der 1998 erstmals an der RUB durchgeführt wurde, sind die Stipendiaten in der Lage, Vorlesungen zu verfolgen und sich in den Übungen aktiv einzubringen.
Aus der ersten Gruppe haben im übrigen drei Stipendiaten die Gelegenheit ergriffen und sich als ordentliche Studierende an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der RUB eingeschrieben.
Thema eines Workshops am 4. Juni sind ausgewählte Probleme der Systemtransformation. Vorab werden die Studierenden in kleinen Gruppen Aspekte der Transformation erarbeiten und in kurzen Referaten vorstellen. Dieses Themengebiet ist für die Heimatländer der Stipendiaten von hoher praktischer Relevanz und stößt von daher auf das besondere Interesse der Studierenden.
Die Bearbeitung der Themen und der Workshop dienen zudem als Vorbereitung auf einen Besuch des Deutschen Orientinstituts Ende Juni in Hamburg, bei dem Vorträge und eine anschließende Diskussion mit Experten der relevanten Abteilung zu diesem Themenkomplex auf dem Programm stehen. Teilnehmer des Workshops sind neben den Stipendiaten und einigen Lehrstuhlangehörigen, Vertreter des DAAD, des Akademischen Auslandsamtes der RUB sowie einige Stipendiaten der "ersten Generation", die an der RUB verblieben sind. Thomas Weißenberg
  Weitere Infos: (0234) 700-3938
 
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31.05.1999