Demo gegen Krieg
   
  Letzte Amtshandlung der ehemaligen AStA-Vorsitzenden
 
  Etwa 200 Demonstrierende aus Bochum folgten nach Beginn der Militäraktion der NATO gegen den jugoslawischen Staatspräsident Slobodan Milosevic dem Aufruf des AStA-Referats für Internationalismus und Antimilitarismus, der darin den Krieg in Jugoslawien verurteilt. Im Flugblatt mißbilligten sie die Aktion als "Angriffskrieg", der ohne Mandat der UNO erfolgte. Die "Angriffe" auf die Person Milosevic' rechtfertige nicht die einkalkulierte hohe Zahl der Toten aus der Zivilbevölkerung. Statt der vorgegebenen "humanitären Kriegsgründe" vermuten die Demonstrierenden als kriegstreibenden Grund die Ablehnung europäischer und amerikanischer Konzerne durch Jugoslawien. Auch die Stationierung von NATO-Truppen blieb den Demonstrierenden unverständlich angesichts der ähnlichen politischen Lage des NATO-Partners Türkei und dessen Umgang mit der kurdischen Bevölkerung.
Die Demo führte zu den Parteibüros von SPD und Grünen. Aus Unmut gegen die "Kriegsbefürworter" innerhalb der ehemals grünen "Friedenspartei" flogen Eier gegen das Fenster in der Diekampstraße. Die friedliche Nachkriegsära der Bundesrepublik sei am 24. März 1999 beendet worden, befand ein enttäuschter Redner. Dies werde die Geschichtsbücher ändern, fügte er hinzu. Demonstrierende forderten die Grünen Abgeordneten auf, es Oskar Lafontaine gleich zu tun und zurückzutreten.
An der RUB sind 130 Studierende aus Jugoslawien eingeschrieben. Die Statistik trennt jedoch noch nicht zwischen den neu entstandenen Staaten bzw. Teilrepubliken wie Slowenien, Serbien, Kroatien, Bosnien, Montenegro oder Mazedonien. Aus Albanien, das viele Flüchtlinge aus dem Kosovo beherbergt, studieren sieben Leute an der RUB. Begleitet wurden die Proteste übrigens von Charlotte Ullrich und Martin Kremer II, für die die Demo die letzte Amtshandlung als AStA-Vorsitzende war. tas
   
 
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30.04.1999