| Figurative Malerei | |
| Ausstellung im MZ mit Werken von Barbara Neumann | |
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| Barbara Neumann, der im Sommersemester eine Ausstellung im
Musischen Zentrum gewidmet ist, arbeitet seit 1990 im MZ-Bereich Bildende
Kunst an ihren künstlerischen Projekten mit dem Schwerpunkt Ölmalerei auf
Maltuch (Tafelbild). Von 1992 bis 1996 war sie studentische Hilfskraft.
Ihre Studienfächer waren Theologie und Philosophie. Neumanns Malvorgang beginnt mit einem großflächigen ersten Auftrag in mehreren Farbschichten. Er beginnt ohne Vorzeichnung oder Skizzierung, ohne Festlegung des Bildmotivs bzw. der Bildkomposition. Diese Farbflächen animieren zum Entdecken und Erkennen vielfältiger Figurationen, die durch den Malgestus nicht festgelegt werden. Durch mehrfache Übermalung entwickeln und verändern sich diese Figuren und werden in einen größeren Bildzusammenhang gestellt. Im weiteren Malprozeß wird das Bildmotiv festgelegt und ausgearbeitet. So entsteht in mehreren erkennbar bleibenden Schichtungen eine komplexe Malerei in pastösem Farbauftrag mit einem expressiven Malgestus (heftige Malerei). Die Malerei ist dicht und stark materialbetont, hat kräftige Farbstrukturen, die visuell und haptisch erfahrbar sind. Die Bilder von Neumann beschreiben innere Wirklichkeiten und Zusammenhänge, die sonst nicht sichtbar sind. Sie erzählen von Leiden und Untergang, von Schöpfung und Geburt, von Ängsten und Sehnsüchten. Sie erzählen Mythen, und zwar keine literarisch vorgegebenen, sie berichten von geistigen Befindlichkeiten, die von grundlegenden Wirklichkeiten des menschlichen Lebens künden. Neumanns Arbeiten versuchen, mit einer persönlichen Bildsprache komplexe Themen zu bewältigen. Die Kreisformen z. B. sind Symbole für die Weltschöpfung, die von Wesen bevölkert wird. Die Erde wird in Brauntönen dargestellt; hellbraune Erde bringt Leben hervor, während dunkle Erde das Leben birgt, aber auch einengt; dabei können die Figuren aus dieser dunklen Eingrenzung und Bergung herausfallen. Das Wasser, in Blautönen gehalten, umspült das Land. Es kann die Figuren aufnehmen und auflösen, es kann Freiraum geben und Veränderung bringen. Symbole des noch ungeformten Lebens, das sich erst differenzieren muß, sind fischähnliche Gestalten und fischähnliche Embryonen. Schildkröten und fischartige Figuren stehen für das Hervorgehen des Landes aus dem Wasser, für die allmähliche Entstehung des Festen, Bergenden und Kompakten. Die Farbe weiß steht für den Geist; sie taucht oft bei Figuren auf, deren einzelne Bereiche weiß, durchgeistet sein können, inmitten der bergenden Bräune oder dem Bau des Wassers. Die Figuren können klein und ängstlich sein, sie können bedrohen, sie können sich berühren und durch dichte Farbflächen miteinander verbunden sein. Der Mythos, der in diesen Bildern durchscheint, ist farbig, dicht, lebendig und versucht etwas zum Klingen zu bringen, das sonst eher in Worten, Philosophien und Erzählungen ausgedrückt wird. Die Bilder versuchen, Innenwelten zu aktualisieren und diese für die Malerin begreifbar und erkennbar zu machen. Zugleich erschließt sich das Bild dem Betrachter nur zögernd, es bleibt im Geheimnis. Heinrich Koch Ausstellung "Figurative Malerei", Foyer des MZ; Eröffnung: 19.5., 19 h, Dauer: 20.5.-2.7., geöffnet: Mo-Fr 9-19, Sa 9-11 h |
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| 30.04.1999 |