| Spieglein, Spieglein ... | |
| Schlecht für die RUB: Nur Platz 60 im Ranking | |
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| Das Urteil ist vernichtend
ausgefallen: Die RUB kommt im neuen "Spiegel"-Ranking auf Rang 60
unter 63 Universitäten! Gefällt haben es unsere Studierenden, 16, 24 oder
36 pro Fach. 12.374 wurden befragt - ausreichend repräsentativ. Auf 16 Fragen
hatten sie Noten zwischen 1 und 6 zu vergeben: zum Dozentenverhalten, zur
Überfüllung von Lehrveranstaltungen, zu Inhalten des Studiums und zur Ausstattung
der Hochschule. Sicher: Wir könnten jetzt anfangen, manche Seltsamkeiten zu bekritteln, uns z.B. wundern, daß Studierende im Februar/März, also in den Semesterferien befragt worden sind, oder daß selbst in arg unterausgelasteten Fächern wie Maschinenbau sie in Bochum die "Überfüllung von Lehrveranstaltungen" beklagen, während jene in Karlsruhe ihre Hochschule besser beurteilen, obwohl dort ein Professor es mit 90 Studierenden aufnehmen muß, in Bochum aber nur mit 18! Wir könnten uns auch bequem damit entschuldigen, daß wir eine "Massenuni" sind. Schließlich sind alle unten versammelt (Köln 62., Bonn 63., Hamburg 57., FU Berlin 55., LMU München 51., Münster 43.). Wir könnten uns auch exkulpieren, daß NRW-Hochschulen (7 auf den letzten 20 Rängen) - ebenso in Hessen und Berlin - sowieso schlechter ausgestattet sind als jene aus den neuen und aus den südlichen Bundesländern. Wir könnten es uns noch bequemer machen, und uns über die heutige Studierendengeneration beklagen, weil sie nur auf "Orientierung", "Nestwärme" und die "Betreuung von der Wiege bis zur Bahre" scharf ist, die hohe Qualität der Forschung in Bochum aber nicht wahrnehmen will, daß sie auf die Theorie pfeift und sich statt dessen eine praxisnahe Ausbildung wünscht. Sollen sie doch auf die Fachhochschulen ... Schließlich könnten wir es der Kommunikation in die Schuhe schieben: Daß wir trotz großer vom Ministerium ausdrücklich gelobter Maßnahmen für die Qualität der Lehre, z.B. einem flächendeckenden Tutorenprogramm, es nicht geschafft haben, den Studierenden unseren guten Willen begreiflich zu machen. Doch was hülfe eine solche Haltung? Änderte sie das harsche Urteil zum Dozentenverhalten in Bochum? Verbesserte sie die Ausstattung von Bibliotheken und Computerarbeitsplätzen? Nähme sie die Überfüllung zurück? Nein, so bequem sollten wir es uns nicht machen. Dieses Ranking müssen wir analysieren, ernst nehmen, denn bekanntlich bleibt immer etwas hängen. Das Spiegel-Urteil kommt zur rechten Zeit. Der "Qualitätspakt" - so es einer wäre! -, könnte in den nächsten Wochen der Anlaß sein, um miteinander darüber zu ringen, was wir für die Studierenden weiter verbessern können. Was hindert uns, ihn zu einem "Qualitätspakt" zu machen? Halten wir es mit Georg Christoph Lichtenberg: "Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll". jk |
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| 30.04.1999 |