EURO in Sicht
   
  Cash noch immer in DM

 

Daß am 1.1.99 die dritte Stufe der Währungsunion anbrach, ist im eigenen Portemonnaie noch nicht spürbar. Aber mit der Festlegung des Wechselkurses von 1,95583 DM für 1 EURO durch die EU-Finanzminister hat die D-Mark ausgespielt und nur noch die Statistenrolle einer “unselbständigen Untereinheit”, so der Justitiar und EURO-Beauftragte der Uni Paderborn, Alfred Funk. Ab Januar 2002 ist es auch damit vorbei, dann gibt es den EURO Cash und ist für jeden auch in der eigenen Geldtasche fühlbar. Spätestens 2002 werden auch die Bezüge der Unimitarbeiter/innen in EURO ausgezahlt. Weitere sechs Monate später heißt es endgültig: DM adé. Allein 397 Verwaltungsvorschriften zur Ausführung von Bundes- oder Landesgesetzen beziehen sich auf die DM.
Im Bereich des Wissenschaftsministeriums NRW (MSWWF) müssen 10 Gesetze, 15 Verordnungen und 49 Verwaltungsvorschriften geändert werden. Folgt man den Empfehlungen der EURO-Beauftragten der Hochschulen, so kommen auf die Unis vielfältige Umstellungen zu, von denen alle Dezernate betroffen sind. Sowohl die Haushalts- und Kassengeschäfte, Semesterbeiträge, Software, Mietpreise, Inventarisierungen, Drittmittel als auch die Verträge mit Nicht-EU-Staaten oder privaten Unternehmen sind von der Veränderung berührt.
Schon jetzt haben einige Studierende ihren Semesterbeitrag per Scheck mit dem EURO bezahlt, so die Leiterin der Unikasse Bochum, Martina Schaefer. Damit hat sie aber noch nichts tun, weil die Sparkasse den Betrag wieder in DM umrechnet und verbucht. Auch die BOGESTRA ist beim Semesterticket noch nicht von den EURO-Überweisungen betroffen, weil diese wiederum über die Uni geregelt werden, die in DM-Beträgen umrechnen läßt.

Kein EURO-Beauftragter an der RUB

RUB-Oberverwaltungsdirektor Elmar Vielhaber sieht dem “EURO-Wirbel” gelassen ins Auge und keine Probleme bei den “bloßen Umstellungen” auf sich zukommen. Anders, wie es das MSWWF gerne gesehen hätte, werden hier die Neuerungen “dezernatsweise gelöst”, was einen EURO-Beauftragten verzichtbar macht.
Fest steht, daß der DM-EURO-Transfer keine Verträge außer Kraft setzt, also ein DM-Schuldner auch immer ein EURO-Schuldner bleibt.
Andere Vorkehrungen traf der Verwaltungsdirektor und EURO-Beauftragte der FH Bochum, Jochen Drescher, der eine hauseigene Arbeitsgruppe bildete, weil mehrere Änderungen wie eine neue Frankiermaschine anstehen. Zudem liegen ihm Ankündigungen privater Firmen vor, die Buchhaltung in EURO führen zu wollen. Hier, so EURO-Experten, liegen letztlich auch die Chancen der Hochschulen, neue Verhandlungen mit den Unternehmen zu eröffnen. Denn letztlich werde ja immer mit dem EURO geworben, daß er die Unternehmenskosten senke. Diese Gewinne sollten die Hochschulen nicht aus dem Auge verlieren, um sie angesichts des drohenden Stellenabbaus - gewußt wo - in die Waagschale zu werfen. tas

   
   

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01.04.1999