| Die Vorleser | |
| Vor 10 Jahren: Studieren bei den Wiwis |
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Meine Karriere als ordentlich eingeschriebener Student der Ruhr-Uni begann
genau vor zehn Jahren an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, im
schönen Gebäude GC, direkt am Nürburgring der RUB, häufig auch „Weststraße“
genannt. Es war Frühling, so und so, und in den Dingen des Studiums waren
meine Mitstreiter/innen und ich unerfahren: Campus, Mensa, GC, HGC, HZO,
P1-4, Cafete, Prof., AOR, Kolloquium, Propädeutika, Schein, BWT-Übung
für „Anfänger“, Fachschaft usw. Viele, viele Fragen, und die häufigste
Antwort hieß: „Muß wohl so sein.“ Leer genuschelter Hörsaal Schwieriger gestaltete sich das Finden von Alternativen für die Statistikvorlesung
am Mittwochnachmittag, die zeitlich irgendwo zwischen „Öffentlichem Recht“
und „Kostenrechnung“ lag. Das Bett war längst verlassen, und angesichts
der (interessanten) Kostenrechnung bot sich die Heimfahrt noch nicht an.
So blieb uns nur die Cafete, während „A“ temperamentlos den Hörsaal HZO
20 leer nuschelte: „Säusel, Nuschel, Lebendgeborene, Nuschel, Säusel,
Grafik, Räusper, Säusel, BRD“ - abgesehen von den Nebengeräuschen stammte
- natürlich - jedes Wort aus dem von „A“ höchstselbst verfaßten Lehrbuch,
dessen Titel mir leider entfallen ist. MarKEting - ha, ha, ha! Einige entdeckten damals trotz alledem eine gewisse Qualität in der wirtschaftswissenschaftlichen
Lehre. „S“, ein Steuerexperte mit einer repräsentativen Zahl an Ehrendoktortiteln
zwischen „Prof.“ und Namen, wußte allein aufgrund seiner Befähigung zum
Alleinunterhalter zu überzeugen. Seine despektierlichen Äußerungen zum
Marketing und zu seinen Kollegen, die dieses Fach unterrichteten, sorgten
im Auditorium für viel Gelächter, vor allem wenn „S“ das Wort „Marketing“
auf seine unnachahmliche Weise auszusprechen pflegte: mit Betonung auf
der zweiten Silbe - ha ha ha! |
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| 01.04.1999 |