Heiraten im Audi max
   
  Der Kanzler als Standesbeamter

 

Angesichts des enormen Andrangs beim Bochumer Standesamt, das nicht mehr in der Lage ist, alle für den 9.9.99 angemeldeten Paare selbst zu trauen, bietet die RUB auf Anfrage der Stadt ein passendes Ausweichquartier an: Das etwa 2.000 Plätze umfassende Audi max wird in kürze soweit hergerichtet sein, daß darin auch Hochzeiten stattfinden können. Der Clou dabei: Kurz vor Beginn seines Ruhestandes wird Kanzler Dr. Bernhard Wiebel eine Premiere besonderer Art erleben. Die Stadt Bochum hat ihn mit dem Amt eines neu geschaffenen “RUB-Standesbeamten” beliehen. Paare, die sich zum 9.9.99 – oder vorher – von ihm in der RUB trauen lassen wollen, können sich am 1.4. in der Verwaltung der RUB anmelden. Online-Anmeldungen sind über ein besonders Formular möglich – http://www.ruhr-uni-bochum.de/audi-max/heiraten.html. – allerdings müssen Heiratswillige innerhalb einer Woche durch persönliches Erscheinen die Anmeldung bestätigen.
Wenn demnächst die Orgel im Audi max mit dem Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn-Bartholdy erklingt, wollen auch die ordinierten Professoren der Evangelisch-Theologischen und der Katholisch-Theologischen Fakultäten zum würdigen Gelingen der Festivität beitragen. Dazu haben sie bei der Landeskirche und beim Bischöflichen Amt die Kirchweihe des Audi max für besondere Anlässe beantragt. Die Einwilligung vorausgesetzt, können hochzeitswillige Paare nicht nur die standesamtliche Trauung wählen, sondern sie gleichzeitig mit der kirchlichen kombinieren. Auch ökumenische Trauungen sollen im Audi max stattfinden können. Über Trauungen nach islamischem Ritus verhandelt die RUB noch mit einem Hodscha aus dem Ruhrgebiet. Nach dem 1998 erfolgten Einbau der Konzertorgel kann der von langer Hand vorbereitete Plan verwirklicht werden, Hochzeiten im Audi max in einem angemessenen Rahmen durchzuführen.

Auch kirchliche Trauung möglich

Unis sind riesige Hochzeitsmärkte – erst recht, seitdem im Zuge fortschreitender Gleichberechtigung eine statistische Angleichung zwischen den Geschlechtern stattfindet: Von den derzeit 36.764 eingeschriebenen Studierenden der RUB sind 20.876 männlichen und 15.888 weiblichen Geschlechts. Indem die RUB nun die Bedürfnisse dieses – trotz allen Tendenzen zum Singledasein – enormen Heiratsmarktes bedient, trägt sie nicht nur zu Entlastung der Standesämter bei, sondern wirbt auch eigenständig Mittel im Rahmen ihrer Finanzautonomie ein. Die städtische Gebührenordnung für Hochzeiten im Audi max ist für die RUB-Klientel durchweg leicht gesenkt worden: Die standesamtliche Trauung kostet DM 89 pro Paar; bei Wahl von Doppelnamen werden weitere DM 23,50 fällig, zudem können sich Paare Stammbücher mit RUB-Siegel aussuchen – je nach Ausstattung kosten sie zwischen DM 25 und DM 125. Bei kirchlicher Trauung steigen die Gebühren um DM 25 für die katholischen Paare und um DM 20 für die evangelischen Paare; die ökumenische Trauung wird es für zusätzliche DM 35 geben. Die Kosten für die Organisten betragen bei mehr als 30 gleichzeitig zu trauenden Hochzeitspaaren DM 50 pro Paar, bei 20-30 Paaren DM 60 pro Paar und bei unter 20 Paaren DM 80 pro Paar. Einzelpaare kostet der Organist pauschal DM 500. Der Blumenschmuck kann beim Botanischen Garten geordert werden, je nach Ausstattung zu Preisen ab DM 100. Diese maßvollen Gebühren gelten nur für Studierende der RUB. RUB-Mitarbeiter zahlen auf die Gebühren einen pauschalen Aufschlag von 10%, Absolventen der RUB 15%. Ob auch andere Bevölkerungskreise in den Genuß einer Hochzeit im Audi max kommen werden, ist noch ungeklärt. Darüber verhandelt die RUB mit der Stadtverwaltung. Übrigens: Für den Fall, daß sich der akademische Heiratsmarkt als ebenso erfolgreich wie stabil erweisen sollte, hat das Rektorat der RUB vorsorglich beschlossen, eine weitere Verwertungsgesellschaft zu gründen. Sie wird Hochzeitsfeste als Komplettarrangements organisieren, einschließlich der dazu passenden Gastronomie, Tanzorchester, Hotelreservierungen und auf Wunsch zusätzlichem Kulturprogramm. jk

   
   

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01.04.1999