Gegen Magengeschwüre
   
  RUB-Mediziner erhalten Förderpreis

  Für ihre Forschungen über die ersten Minuten der Helicobacter-Infektion erhielten zwei Ruhr-Uni-Wissenschaftler/innen im März den mit 100.000 DM dotierten Bennigsen-Förder-Preis. Dr. Christine Josenhans und Dr. Sören Schreiber (beide Medizinische Fakultät) entwickelten eine neue Technik zum exakten Nachweis von Helicobacter pylori-Bakterien im Magenschleim. Erstmals ist es möglich, die Erstbesiedlung durch die Erreger nachzuvollziehen und die dafür notwendigen Bedingungen festzustellen. Mit den Fördermitteln werden die Forscher ihre Studien fortsetzen, um so Möglichkeiten der Therapie und der Prophylaxe zu finden. Helicobacter pylori ist der Erreger einer Volkskrankheit: über die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit ihm infiziert. Er ruft nicht nur Magen- und Dünndarmgeschwüre hervor, sondern ist auch Mitverursacher von Magenkrebs. Unter all den Bakterien, die in den Magen gelangen, ist es das einzige, das die unwirtlichen Verhältnisse durch Magensäfte und niedrigen ph-Wert überlebt. Es bewegt sich mit seinen rotierenden Geißeln flink in die Sicherheit des Magenschleims, wo es sich vermehren kann. Die ersten Momente einer Infektion sind also entscheidend. Warum Helicobacter überleben kann, wie schnell es in den Schleim eindringt und an welchen Stoffen im Magen es sich orientiert, wollen Schreiber und Josenhans mit ihren Experimenten herausfinden. Sie beobachten die ersten Minuten einer Infektion im Magen einer narkotisierten Maus. Mit einem einmaligen Mikroprobennehmer testen sie im Minutentakt drei Stunden lang winzige Mengen des Magenschleims der Maus. Sie vergleichen das Verhalten wilder Helicobacter-Stämme mit dem genmanipulierter Arten, die z. B. keine Geißeln haben oder unbeweglich sind. So wollen sie erfahren, welche Fähigkeiten für das Bakterium lebenswichtig sind. Außerdem können sie dem Magenschleim der Maus während des Experiments Medikamente oder Antikörper zusetzen und so deren Einfluß auf das Verhalten der Bakterien feststellen. Haben sie dies einmal erforscht, können sie aus den Erkenntnissen Prophylaxestrategien und Verfahren zur Heilung entwickeln. Meike Drießen
   
   

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01.04.1999