| "Ach, schon wieder einer." So lapidar reagierten die Pförtner im Parkhaus P8 (Audi max), als Dr. Klemens Störtkuhl, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Chemie, sie darauf hinwies, daß sein Auto gestohlen wurde. Schließlich dachte der Betroffene, das Parkhauspersonal sei auch für die Bewachung der Fahrzeuge zuständig. | | Irrtum. Aus dem Dezernat 6 (Hausverwaltung und zentrale Dienste) erfuhr Störtkuhl, daß sämtliche Parkhäuser und -plätze an der RUB keinesfalls bewacht werden. Das Gegenteil ist der Fall, erläutert Hans-Joachim Linneweber: "Da wir ab 9 Uhr die Schranken öffnen, um die Stellplätze mit Fahrzeugen von Studierenden aufzufüllen, gelten unsere Parkhäuser als öffentlich." Daraus lassen sich folglich auch keine Rechtsansprüche von Bestohlenen an die RUB ableiten, sie müssen sich mit ihrer Versicherung einigen. "Dann müßte man wenigstens publik machen, daß die Parkhäuser trotz Schranken, Parkkarten und Pförtnern nicht sicher sind", so Störtkuhl, "denn bestimmt denken viele Angehörige der RUB so wie ich vor dem Diebstahl meines Autos." |
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| Kuroisitätenkabinett |
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| Die herkömmliche, gestanzte Parkkarte als solche ist allerdings kein Garant für Sicherheit. Hans-Jürgen Meyke (Dez. 6) hat im Laufe der Jahre eine stattliche Sammlung an Fälschungen, Nachahmungen und zweckentfremdeten Karten zusammengetragen, mit denen zumeist Studierende die Schranken geöffnet haben: Telefonkarten, Media-Markt-Kundenkarten oder die Eintrittskarte fürs Hallenbad der Stadt Marl. "Besonders erfinderisch sind die Ingenieure", sagt Meyke, "die Blech- und Kupferkarten nach dem Muster der Parkkarten stanzen." Der finanzielle Schaden halte sich mit etwa 2.000 DM jährlich zwar in Grenzen, aber es sei aufwendig, die durch falsche Karten verstellten Leser der Schranken zu reparieren. Wesentlich sicherer sind hingegen die neuen T-förmigen Magnetschlüssel, daher sollen alle Schranken, die noch mit den alten Karten funktionieren, nach und nach umgerüstet werden. |
| Karte hin, Schlüssel her, dem Problem der Diebstähle aus und von Fahrzeugen an der RUB ist damit kaum beizukommen. Deshalb hat sich das Dezernat 6 zusammen mit der Polizeiinspektion Ost (PI Ost, u. a. zuständig für die RUB) etwas anderes einfallen lassen. Die Statistik der Polizei weist für die RUB lediglich eine Tendenz aus, da dieser Bereich nicht für sich erfaßt wird. Auch nahegelegene Straßen, z. B. der Hustadtring, sind hier berücksichtigt. Insgesamt zeigt sich für das Jahr 1997 eine Zunahme von ca. 36 % an Diebstählen und Sachbeschädigungen von Kraftfahrzeugen im Vergleich zu 1996. Im Zeitraum 1.1. bis 27.5.98 wurde das Problem besonders akut: Allein in diesen fünf Monaten registrierte die Polizei 213 Diebstähle aus PKW und neun sog "Totalentwendungen" (zum Vergleich: 1997 waren es 14 in zwölf Monaten). So lag der Verdacht der organisierten Kriminalität nah. In Absprache mit der RUB-Verwaltung führte die PI Ost eine achttägige Sonderaktion durch und wendete dabei 600 Mitarbeiterstunden auf. Zwei Täter wurden gefaßt, organisierte Kriminalität ließ sich allerdings nicht feststellen. Dennoch sind Fahrzeugaufbrüche und -entwendungen seither rückläufig, die Verantwortlichen werten die Aktion als Erfolg. Aufgrund der abnehmenden Tendenz war eine zweite Welle verstärkter Kontrolle an der RUB, vorgesehen für das WS, nicht notwendig. |
| "... und weg ist er" - damit dem nicht so ist, erhielten Studierende zur vergangenen Einschreibung eine Infobroschüre mit diesem Titel als zusätzliche präventive Maßnahme. Denn: "Autodiebe konzentrieren sich nicht nur auf hochwertige Fahrzeuge. Und der Diebstahl aus Autos hat Hochkonjunktur." Mag sein. Klemes Störtkuhl, dem im September ein hochwertiger, aus den USA importierter VW-Bus mit Sonderausstattung gestohlen wurde, helfen all diese Zahlen und Erkenntnisse hingegen wenig ... |
| jw |
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