| Im Sommer 1998 wurde die Cafete im GA-Gebäude umgebaut. Wesentliche Neuerungen sind neben der visuellen Gestaltung die geänderten Öffnungszeiten und ein weitgehendes Rauchverbot. Kurz nach der Eröffnung war in RUBENS (Nr. 38) zu lesen, daß "mit der neuen Bistroatmosphäre ... das AkaFö die aktuellen Bedürfnisse der neuen Studierendengeneration berücksichtigt." Da im Vorfeld jedoch weder die Studierenden noch die Mitarbeiter/innen in GA befragt wurden, traten gewisse Zweifel auf, die Grundlage einer Untersuchung am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie I (Institut für Pädagogik) waren. So stellte sich zunächst die Frage, wie zufrieden die Studierenden mit der Neugestaltung der Cafete sind. Weiterhin war unklar, wie das neue Rauchverbot beurteilt wird. Die dritte Fragestellung beschäftigte sich mit den geänderten Öffnungszeiten. | | Die Meinung der Studierenden wurde mit Hilfe eines selbstgestalteten Fragebogens erfaßt. Befragt wurden im November 1998 insgesamt 227 Studierende der RUB (149 weibliche, 78 männliche ), wovon 107 den Fragebogen in Seminaren des Instituts für Pädagogik ausfüllten und 120 direkt in der Cafete. |
| Die Neugestaltung der Cafete wird durchaus positiv bewertet: Auf einer 5-stufigen Skala, von 1 = "überhaupt nicht" bis 5 = "sehr gut", erhält sie einen Mittelwert von 3,7. Im einzelnen geben die Befragten folgende Wertungen ab: "sehr gut" (27,0%), "gut" (37,8%), "mittelmäßig" (17,1%), "weniger" (9,9%), "überhaupt nicht" (8,1%). |
|
| Rege genutzt |
| |
| Weiterhin geben 72% an, daß die Neugestaltung ihren Bedürfnissen entspricht. Hier drängt sich zunächst die Vermutung auf, daß es sich bei den anderen 28% vornehmlich um Raucher handelt, denn Raucher machen 25% der Befragten aus. Mit einem Mittelwert von 2,9 fällt die Beurteilung der Neugestaltung durch die Raucher in der Tat hochsignifikant negativer aus. Allerdings handelt es sich nur bei 55% der Studierenden, deren Bedürfnisse durch die Neugestaltung nicht befriedigt sind, um Raucher, so daß es andere Gründe als das Rauchverbot geben muß. |
| Immerhin gibt mit 72% eine große Mehrheit an, daß die Neugestaltung ihren Bedürfnissen entspricht. Um zu erfahren, wodurch dieses positive Urteil zustande kommt, wurde weiter gefragt, in welcher Hinsicht die Neugestaltung der Cafete den Bedürfnissen entspricht. Gründe für ihr positives Urteil geben 116 Befragte an, u.a.: bessere Gestaltung (61), Rauchfreiheit (36), verbessertes Angebot (10). 44 Studierenden hingegen gefällt die neugestaltete Cafete aus z.B. folgenden Gründe nicht: Rauchfreiheit (15), schlechte Gestaltung (12), räumliche Enge (11). |
| Die Cafete wird während der Vorlesungszeit rege genutzt. So geben 69 % an, die Cafete "mehrmals in der Woche" oder "häufiger" zu nutzen, lediglich 5,3% geben an, sie nie zu nutzen. Bis Juli 1998 wurde die Cafete von 69,5% der Befragten auch nach 16.15h (als Treffpunkt, zu Absprachen oder zur Kommunikation) genutzt. Entsprechend groß (80,7%) ist die Gruppe derer, die sich dafür ausspricht, daß die Cafete auch in Zukunft nach 16.15h geöffnet sein sollte. 64,4% erwähnen zudem, im Falle einer verlängerten Öffnungszeit die Cafete einmal in der Woche oder häufiger nach 16.15h nutzen zu wollen. Wie die Ergebnisse zeigen, wird die neue Gestaltung der GA-Cafete von der Mehrheit der Befragten angenommen. Kritisch anzumerken gilt es jedoch weiterhin, daß die Neugestaltung ohne jegliche Absprache mit den Hauptnutzern der Cafete, den Studierenden und Mitarbeiter/innen im GA-Gebäude, stattgefunden hat. Unser Fragebogen ergab eine Anzahl von konstruktiven Vorschlägen, die bei einer Befragung im Vorfeld hätte Verwendung finden können. So wird z.B. die Verkleinerung der Cafete stark kritisiert. Als zusätzliche Verbesserungsvorschläge werden u.a. Grünpflanzen und ein Pfandsystem für Mehrwegflaschen genannt. |
|
| Konstruktive Vorschläge |
| |
| Neben der neuen Gestaltung wird auch das Rauchverbot positiv bewertet. Diskussionswürdig ist jedoch der Aspekt des separaten Raucherbereichs. Auch wenn sich die Mehrheit der Befragten gegen die Einrichtung ausspricht, ist es zu überlegen, einen solchen Bereich einzurichten, um den Belangen der Raucher gerecht zu werden. Am häufigsten kritisiert werden die neuen Öffnungszeiten. Ein weiteres Argument, das gegen die neuen Zeiten spricht, ist die zunehmende Vereinsamung des GA-Gebäudes nach 16.15 Uhr. Viele Studierende und Mitarbeiter/innen wandern nun nach 16.15 Uhr zu den Cafeten in den anderen G-Gebäuden ab. Mit Sicherheit ist die Argumentation des AkaFö nachzuvollziehen, das aus Angst vor Diebstahl und Beschädigung des neuen Mobiliars die Öffnungszeiten geändert hat. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, wäre die Einstellung einer studentischen Hilfskraft, die die Cafete von 16.15 bis etwa 18h beaufsichtigt. Dadurch würden sowohl die Belange der Studierenden als auch die des AkaFö berücksichtigt. Abschließend läßt sich festhalten, daß sich die Studierenden durchaus kritisch mit der neuen Cafete auseinandersetzen und sowohl Lob als auch Kritik diesbezüglich äußern. |
| Christian Gleser, Jutta Hecking, Marcus Schulte (Päd. Psychologie I) |
|
| Infos: Christian Gleser, GA 2/134, Tel. 700-4758 |
|
|