| Nicht, wie es sich gehört hätte, auf der Landesrektorenkonferenz, die sie noch wenige Tage zuvor in Paderborn besucht hatte, nein, im Spiegel vom 11. Januar 1999 verkündete Wissenschaftsministerin Gabriele Behler ihre Reformpläne. Die Hochschulen erfuhren es also mal wieder aus der Zeitung. | | Als "Reform" verkaufte die Ministerin ihren Plan, rund 2.000 Stellen an den Hochschulen in den nächsten Jahren kürzen zu wollen. Mit dieser Reform wolle sie "die Universitäten und Fachhochschulen vor allem fit für die Zukunft machen". Außerdem fielen ja die Stellen gar nicht weg, sagte sie, sondern "die Hochschulen erhalten dafür mehr Geld, etwa für Investitionen." |
| Geschickt scheint die Dame sehr zu sein und nur darauf zu antworten, was sie gefragt wird. Hat also der Spiegel nur falsch gefragt? Am gleichen Tag hatte ja dpa gemeldet, daß der NRW-Haushaltsplan derzeit 1.626 Stellen mit KW-Vermerken enthalte, überwiegend aus den Bund-Länder-Hochschulsonderprogrammen", und darüber hinaus geschrieben: "aus den Mitteln von weiteren 1.000 Stellen soll ein Investitionsfond für die Zukunftssicherung der Hochschulen gebildet werden". Das sind 2.626 Stellen! |
| Nun, egal ob 2.000 oder 2.626 Stellen (umgerechnet etwa 30 bis 40.000 Studienplätze): Erneut müssen die Hochschulen eine Suppe auslöffeln, die sie nicht sich selbst, sondern die Politik ihnen eingebrockt hat. Weil das Land NRW in den letzten 25 Jahren Hochschulpolitik als Strukturpolitik betrieben und nahezu neben jedem Kirchturm eine neue Hochschule hingestellt hat, steht es nun vor der Frage, wie es sie alle erhalten kann. |
| Wo das Geld fehlt, stellen sich bekanntlich bald neue Schlagworte ein: "Der Weg zu leistungsstarken und auch in Zukunft konkurrenzfähigen öffentlichen Hochschulen führt über Konzentration, Profilbildung, Kooperation und Wettbewerb untereinander", so unsere Ministerin auf einer Pressekonferenz am 28. Oktober 1998. |
| Übrigens: Zu "Kooperation" noch ein Satz von Behler, gesprochen auf dem SPD-Forum "Zukunft der Hochschulen" (9. Dezember 1998): "Die Mobilität der Studierenden besteht, es fehlt die entsprechende Mobilität der Lehrenden, eine Veranstaltung an verschiedenen Hochschulen anzubieten". Ich ahne, worauf sie hinaus will: Bei gleichbleibender Lehrverpflichtung wird dadurch zwar weder die Betreuungsrelation verbessert noch werden die Stellenkürzungen wettgemacht, aber: Reisen bildet! |
| jk |
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