| Den TOEFL (standardisierter Sprachtest für den anglo-amerikanischen Raum) auf deutsch - so ungefähr kann man den Test beschreiben, den das Seminar für Sprachlehrforschung der Ruhr-Universität Bochum in den nächsten Jahren mitentwickelt. Mit dem "TestDaF" (Test Deutsch als Fremdsprache) sollen Studenten auf der ganzen Welt ihre Deutschkenntnisse beweisen, wenn sie hier studieren wollen. Ausgeschrieben wurde das Projekt vom damaligen "Zukunftsministerium" und vom DAAD, um den Wissenschaftsstandort Deutschland zu fördern. Da sie die Anforderungen nicht allein hätten erfüllen können, haben sich die Sprachlehrforscher Prof. K.-Richard Bausch und Dr. Karin Kleppin mit der FernUniversität Hagen, dem Goethe-Institut München und den Carl-Duisberg-Zentren zu einem Konsortium zusammengeschlossen - ihr gemeinsamer Antrag erhielt den alleinigen Zuschlag in Höhe von 1,7 Mio. DM. | |
| Moskau bis Shanghai |
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| Ein Test, der für den Studenten in Shanghai ebenso gültig ist, wie für den in Moskau; für den Ingenieur, ebenso wie für den Historiker. Das stellt die Forscher natürlich vor Probleme. Denn nicht nur in jedem Fach, auch in jedem Land gibt es unterschiedliche Prüfungsmethoden und Traditionen. Die reichen vom kreativen Test über Einsetzübungen bis zum berühmten multiple choice. Hier muß eine gemeinsame Basis gefunden werden. Daher ist für die Bochumer das Know-how der Partner unverzichtbar, da sie Institute bzw. Studienzentren im Ausland haben und über enorme Erfahrungen mit Tests für Deutsch als Fremdsprache verfügen. Die zentrale Auswertung des Tests soll die FernUniversität übernehmen, die von ihrer Struktur und ihren Aufgaben her für diese Arbeit prädestiniert ist. |
| Mündlicher und schriftlicher Ausdruck, Lese- und Hörverständnis sind die Fertigkeitsbereiche, in denen sich die ausländischen Studenten beim Test in einem Goethe-Institut in ihrer Nähe beweisen müssen. Bisher mußten sie zum Deutschtest unbedingt nach Deutschland reisen. Nicht wenige, die durchgefallen sind, hatten kein Geld mehr für die Rückreise. Andere sind als Testtouristen durch ganz Deutschland getingelt und haben ihr Glück an anderen Universitäten versucht, denn bisher gab es keinen einheitlichen Test. Das ändert sich jetzt mit dem TestDaF - für die Unis eine zusätzliche Sicherheit. |
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| Zusätzliche Sicherheit |
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| Der Abgabetermin für das Großprojekt steht schon fest: 1.8.2000. Bis dahin wird innerhalb des Konsortiums simultan an den einzelnen Teilen gearbeitet. Die Bochumer Sprachlehrforscher kümmern sich mit den Hagenern u. a. um den schriftlichen Ausdruck. Via Internet tauschen die vier Partner ihre einzelnen Teile aus und kontrollieren sich gegenseitig. In regelmäßigen Abständen treffen sie sich zu sog. Quality Control Sitzungen. Bis Februar '99 soll ein erstes Grundgerüst stehen. So richtig fertig ist der Test natürlich nie, schließlich müssen immer wieder neue Texte gefunden werden. Obwohl das Projekt am Lehrstuhl absolute Priorität besitzt, hat Prof. Bausch sich eines fest vorgenommen: Seine Studenten wird er auf keinen Fall vernachlässigen. |
| Sabine Raddatz |
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