| "Sie haben das Glück, momentan das größte Problem der Fakultät zu sein". Die Worte von Prof. Klaus-Peter Wegera (Dekan der Fakultät für Philologie) sollten den Studierenden, Lehrenden und Angestellten des Instituts für Film- und Fernsehwissenschaft (FFW) Mut machen. Man beschäftigt sich mit euch. Immerhin. | | Anfang Dezember traf man sich im HGB 40 zur Vollversammlung (VV), um gemeinsam mit Rektor Prof. Dietmar Petzina die prekäre Lage am Institut zu erörtern. Nach dem Tod von Prof. Gunther Salje und dem bevorstehenden Weggang von Prof. Gertrud Koch würde Prof. Wolfgang Beilenhoff als einzige Lehrkraft übrigbleiben, um rund 1.200 Studierende zu betreuen. Dennoch wurde die "Schließung des Institutes" während der zweistündigen VV, die von der Fachschaft initiiert wurde, nur einmal angedeutet. Ansonsten bestimmte Optimismus die Wortbeiträge. |
| Dekan Wegera versprach eine halbe Sekretärin sowie die Umwidmung einer Professorenstelle innerhalb der Philologie, um Prof. Salje zu ersetzen, denn dessen Stelle war personengebunden. Prof. Petzina stand nicht nach: Selbstverständlich wird auch die Stelle von Prof. Koch neu besetzt, falls irgend möglich gar auf C 4-Basis, statt wie bisher auf C 3. All das könne nur funktionieren, so der Rektor, wenn FFW an der RUB wirklich erhaltenswert sei, will heutzutage heißen: konkurrenzfähig ist, ein eigenes Profil besitzt, sich von anderen abhebt. Das tut das Institut jedoch nicht zu knapp, wie zahlreiche Äußerungen aus dem Auditorium bestätigten. |
| Gleich darauf ließ Dekan Wegera noch eine Katze aus dem Sack: Man stehe in Verhandlung mit drei großen Industrieunternehmen, die gern eine Stiftungsprofessur finanzieren wollen, zum wissenschaftlich kaum erfaßten Thema "Industriefilm". |
| Zuletzt verwies Rektor Petzina noch auf zusätzliche Möglichkeiten, die Lehre und Forschung am Institut anreichern könnten: Verbünde mit anderen Instituten der RUB, die Medienwissenschaft an der Fahne stehen haben oder Kooperationen mit derart ausgerichteten Fachhochschulen - na klar, wegen der alles heilenden Praxis. |
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Kommentar: Rosige Zeiten also für Bochums Film- und Fernsehwissenschaftler? Viele zusätzliche Stellen, dazu neue, weite Forschungsfelder und nette Partner überall. Schön wäre es, doch noch beansprucht das Institut, das 1.200 Studierende betreut, gerade mal eine halbe Seite im Telefonbuch der RUB, und dabei tauchen Namen doppelt und dreifach auf. Noch hat kein Berufungsverfahren begonnen. Noch existieren ausschließlich C 3-Stellen ohne Ausstattung. Noch findet der Mittelbau quasi nicht statt. Noch teilt man sich halbe Sekretärinnen. |
| Eile ist geboten, denn im Institut steckt - so viel machen seine zehnjährige Geschichte und auch die VV deutlich - nicht nur ein sehr eigenes Profil in Forschung und Lehre (immerhin kann in NRW nur an der RUB FFW als Hauptfach studiert werden), sondern auch ein enormes Potential an Kreativität, Engagement und Selbstbewußtsein. |
| Arne Dessaul |
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