| Intensiv an das neue Medium Internet herangeführt werden die Studierenden am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie. Dort wird die aktuelle Vorlesung "Einführung in die Pädagogische Psychologie" von Prof. Bernhard Rosemann (Di, 14.15-15 h) ausführlich im Internet begleitet. Das bedeutet eine Umstellung für die Studierenden. "Zusätzliche Infos zur Veranstaltung gibt es nämlich nicht wie gewöhnlich per Skript, sondern nur auf den Internetseiten des Lehrstuhls", erklärt Sven Bielski. Der Diplompsychologe betreut den Inhalt der Internetseiten redaktionell. Da die Infos für die Studierenden möglichst brauchbar sein sollen, ist die Aufarbeitung des Vorlesungsstoffes für den Lehrstuhl sehr zeitaufwendig. Trotzdem erscheint der neue Weg sinnvoll. Grafiken können schnell eingesehen und ausgedruckt werden, Links verbinden einzelne Teilbereiche miteinander. 120 Textseiten warten auf den Besucher der Seiten. | | "Die Nachfrage der Studierenden wird einen großen Einfluß darauf haben, ob in Zukunft weitere Projekte dieser Art in Angriff genommen werden", erklärt Bielski. Mit dem derzeitigen Personalstand sei dies allerdings nicht zu realisieren: "Wir werden nicht ohne zusätzliche Mittel auskommen". Bislang läuft das Projekt sehr gut an. Über 20 Zugriffe zählt der Diplompsychologe pro Tag, und das, obwohl die Seiten mit einem Paßwort geschützt sind: "So wollen wir erreichen, daß möglichst nur Besucher der Vorlesung die Texte zu sehen bekommen". Dies sei einerseits aus Copyrightgründen notwendig, andererseits ließen sich die Zugriffe so auch besser kontrollieren. |
| Damit die Studierenden das Angebot als Ergänzung und nicht als Ersatz der Vorlesung sehen, sorgt eine Paßwortänderung im Laufe des Semesters dafür, daß die Studierenden am Ball bleiben. Den Hörern der Vorlesung wird das jeweils aktuelle Paßwort mitgeteilt. Der Hintergrund der mühevollen Aufarbeitung der Vorlesung ist die Idee, die Studierenden an das neue Medium Internet heranzuführen. Bei den schlechten Arbeitsaussichten für Geisteswissenschaftler zähle jede Zusatzqualifikation, meint Bielski, "gerade der sichere Umgang mit Internet und Computern erscheint sinnvoll". |
| Parallel zur Präsentation der Vorlesung im Internet wird am Lehrstuhl eine Untersuchung zur Einstellung der Studierenden zu Internet und Lernen im Studium sowie zur persönlichen Bedeutung des Studiums durchgeführt. Geplant ist außerdem, in Seminaren Protokolle und schriftliche Arbeiten nicht auf Papier, sondern auf Diskette abgeben zu lassen. Die Arbeiten sollen dann im Internet veröffentlicht werden, anstatt sie für jeden Teilnehmer zu kopieren. "Langfristig kann man damit natürlich auch viel Material und Geld sparen", erläutert Bielski. Das Projekt könne demnach auf dem ganzen Campus Schule machen. |
| Michael Braun |
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