| Die Scheu vor der Öffentlichkeit ist schon programmatisch: Vier Monate nach
Ende der Koalitionsverhandlungen und neun Monate nach der SP-Wahl
stellte sich Ende Oktober der neue AStA-Vorstand zum Gespräch. Im
Unterschied zu Service und Eigenwerbung setzt die neue Crew verstärkt
"auf Inhaltliches", so einer der beiden neuen Sprecher der Linken
Liste (Lili), Martin Krämer, der sich vom gleichnamigen, aber auch
älteren notstand-Kollegen (RUBENS
37) durch den Zusatz "II" unterscheidet. Der Japanologie- und
Geschichtsstudent will statt Repräsentieren eher Organisieren. Für
spezifische Fragen stehen Expert/innen aus den Referaten oder AGs
Rede und Antwort. "Wir möchten", so Krämer II, "daß all unsere Ressourcen
für thematische Schwerpunkte zur Verfügung stehen."
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| Waffenstillstand? |
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| Koalitionspartnerin TuWas stellt diesmal die beiden Mitarbeiter/innen fürs Finanzreferat - eine gewohnheitsmäßige Arbeitsteilung, bei der sich regelmäßig die beiden stärksten Listen im SP (Lili: 13; TuWas 12) Vorsitz und Finanzen teilen. Nach harten Koalitionsverhandlungen schien das angespannte Verhältnis wieder beruhigt. "Es herrscht Waffenstillstand", kommentierte Charlotte Ullrich, die andere neue Sprecherin, optimistisch. Damit ist es laut einem Flugblatt der Lilis wieder vorbei, die TuWas vorwerfen, nicht an den gemeinsamen Sitzungen teilzunehmen und damit wichtige Planungen zu verhindern. Ein noch schwerwiegenderer Verdacht wird mit der Manipulation von Bewerbungen bei der Ausschreibung zum Geschäftsführer im Kulturcafé geäußert. Daneben soll es zu Mobbingaktionen wie "massiven Bedrohungen" und zerrissenen Lili-Broschüren gekommen sein. Inhaltlich bezog TuWas dazu bislang keine Stellung. |
| SP-Wahl im Januar, neuer AStA Ende Juni, die nächsten Wahlen schon im Auge, da fragen sich viele, wie inhaltliche Arbeit noch umgesetzt werden kann. "Während der Koalitionsverhandlungen wurde die AStA-Arbeit natürlich weitergeführt", erklärt Ullrich, die Sozialwissenschaften und Germanistik studiert. "Es war nicht so, daß zwischenzeitlich alles brach lag und nichts passierte. Zunächst sind die Referent/innen vom Vorjahr noch geschäftsführend tätig gewesen. Indes arbeiten sich die neuen in die absehbaren Ressorts ein." Trotz Koalitionsgerangels wurde die Programmarbeit des neuen AStA nicht beeinträchtigt, die, so Ullrich, "sonst gar nicht hätte auf die Beine gestellt werden können." Man hat sich einiges vorgenommen, u.a. eine intensive "Internationalismuswoche" und die "Antirepressionswoche". Schließlich möchte man dem Wahlkampfmotto - "An den Verhältnissen kratzen" - gerecht werden. Sogar für die Zeit nach der nächsten Wahl wurde schon vorgesorgt, falls man sich wieder verspätet einigt und damit es keine Kulturflaute gibt: Im Mai '99 wird wieder das berühmte Videofestival steigen. |
| tas |
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