| "Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem die Medien nicht über das Gaffer-Syndrom auf Autobahnen oder über unterlassene Hilfeleistung berichten. Ob Raub, Vergewaltigung oder andere Straftaten - warum wollen Menschen nicht helfen, die helfen könnten?" Diese Frage versuchen Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind und Mitarbeiter seines Lehrstuhls zu klären: Das Buch "Alle gaffen ... keiner hilft - Unterlassene Hilfeleistung bei Unfällen und Straftaten" (Hüthig-Verlag, Heidelberg, DM 23), untersucht, welche Bedingungen das Verhalten von Zuschauern beeinflussen. Die Autoren zeigen auf, wie man selbst andere Gaffer zur Hilfe bewegen kann und welche Rechtsfolgen unterlassene Hilfeleistung hat, abschließend geben sie konkrete Handlungsvorschläge für den Ernstfall an die Hand. Soweit zu Klappentext und Inhalt des Buches, dessen Thema so neu gar nicht ist. Wohl aber die Aufmachung, der (Sprach-)Stil und die Veranschaulichung eines viel diskutierten Phänomens. Das Buch bewegt sich zwischen den Genres, es ist eine Mischung aus Sach- und Fachbuch. Nicht populärwissenschaftlich, sondern bei aller Lockerheit und Verständlichkeit stets mit Quellenangaben wissenschaftlich korrekt - Kriminologie fernab knochentrockener Juristerei. Mit 96 Zeitungsausschnitten und vielen konkreten Beispielen bleibt das Buch realitätsnah, griffige Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel und Schlagwörter erleichtern das Querlesen über 216 Seiten. So kann sich, wer will, recht schnell über das Wesentliche zum "non-helping-bystander-Effekt", § 323c StGB oder zu Verhaltensvorschlägen für die Notfallsituation informieren. | | jw |
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