| Alle Jahre wieder treten zahlreiche junge, vermeintlich trainierte Kandidatinnen und Kandidaten an zum Eingangstest für das Sportstudium an der Ruhr-Universität Bochum. Dr. med. Kurt Zimmer vom Sportärztlichen Dienst der Fakultät für Sportwissenschaft weiß aus langer Erfahrung, daß beileibe nicht alle, die Diplomsportler werden möchten, dazu auch in der Lage sind. Für RUBENS hat Zimmer den typischen Verlauf eines solchen Tests skizziert. | | Montagmorgen in der Sporthalle Markstraße: 150 Frauen und Männer treten an zum Test und stellen erste allgemeine Fragen: |
| „Was muß man hier absolvieren?“ |
| „Was kann man hier studieren?“ |
| Dann beginnt der Leichtathletiktest mit dem 100-Meter-Lauf: |
| „Vor ein paar Jahren habe ich die Zeit aber spielend geschafft.“ |
| „Kann ich jetzt abbrechen, ich habe mir den Oberschenkel gezerrt?“ |
| Auch andere Disziplinen haben ihre Tücken: |
| „Wo soll ich die Kugel hinwerfen?“ |
| „Ist der Scherensprung im Hochsprung noch erlaubt?“ |
| „Ich hätte nicht gedacht, daß dies hier so anstrengend ist ...“ |
| Weiter geht es mit Schwimmen: |
| „Muß man zum Bad laufen?“ |
| „Ich habe mir beim Springen einen Bandscheibenvorfall zugezogen.“ |
| Zu den Turnübungen sei nur vermerkt, daß der donnernde Applaus des Publikums für eine gelungene Rolle vorwärts zwar ein Einzelfall blieb, aber durchaus berechtigt war. Auch die anschließenden Ballsportarten brachten kaum neue Erkenntnisse („Das Baggern im Volleyball erfolgt von unten“). |
| Da der abschließende Langstreckenlauf (2000 bis 5000 Meter) noch mehr Spreu vom Weizen trennte, erhielten am Abend 47 von 150 Gestarteten ihre Bescheinigung. Gott sei dank steckten nicht alle Durchgefallenen (Bandscheibengeschädigten, Gezerrten oder Erschöpften) den Kopf in den Sand: |
| „Kann ich mir das nicht wenigstens für die Aufnahme fürs Lehramt anerkennen lassen?“ |
| „Wann ist der B-Termin?“ |
| Dr. med. Kurt Zimmer/ad |
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