| ”Vor - Platz - Cha, Cha, Cha; Zurück - Platz ...“ Etwa 100 Studierende, größtenteils gerecht aufgeteilt zu Frau-Mann-Paaren, stehen kreisförmig in der Aula des Hardenberghauses und bewundern die filigranen Tanzbewegungen von Bernd Bruhns, dem Tanzlehrer. | | Es ist die erste Stunde des AStA-Tanzkurses für klassische Tänze. Die 100 angehenden Tänzerinnen und Tänzer werden sich noch auf mehrere Gruppen verteilen, so daß künftig mehr Platz zum Üben sein wird. Den Platz wird man auch benötigen, denn bei raumgreifenden Tänzen wie Foxtrott oder Wiener Walzer würde es bei den eher unkoordinierten Regungen der Anfänger pausenlos Karambolagen geben. |
| Die Kursteilnehmer sind zu Beginn nicht alle auf dem gleichen Stand, das wird schnell klar. Einige haben in jungen Teenagertagen einen Kurs absolviert, andere kennen den Tanzboden nur aus sicherer Entfernung: von Tisch oder Theke aus betrachtet. Der plötzliche Sinneswandel der Letztgenannten kann mehrere Ursachen haben. „Meine Freundin tanzt so furchtbar gern. Sie hat mich überredet“, verrät Daniel (32). Er ist zwar überzeugter Discogänger, konnte sich allerdings früher nicht fürs „Tanzen mit Anfassen“ begeistern. Gleiches gilt für Dagmar und Björn. Sie haben sich dennoch für den Kurs entschieden, weil sie bald heiraten. „Wir wollten den Hochzeitstanz eigentlich mit einem Stehblues eröffnen, haben es uns dann aber anders überlegt - den langsamen Walzer bekommen wir schon ganz gut hin“, erzählt Dagmar, bevor sie sich auf’s Parkett stürzt, um den „Flirt“ (kurzes Zusammenstoßen der Hüften beim Jive) zu üben. |
| Mittlerweile sind einige Wochen vergangen. Die tänzerischen Fähigkeiten der Gruppe sind beinahe einheitlich. Dafür hat Tanzlehrer Bernd Bruhns gesorgt. Man merkt ihm an, daß er seit 1980 die verschiedenen Tanzkurse (klassische Tänze, Rock ‘n’ Roll, Disco-Fox etc.) im Hardenberghaus leitet. Hat jemand eine schlechte Haltung, den falschen Rhythmus, einen zu großen Schritt - er sieht es sofort und korrigiert. Geschieht dies sozusagen vor versammelter Mannschaft, paßt man beim nächsten Mal erst recht besser auf. Bernd meint es jedoch nicht böse; er möchte Tanzen beibringen, möchte, daß seine Liebe zum Tanz auf andere überspringt. |
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| Tee wie Tanzen |
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| Das gelingt meist. Zumindest Daniel, Dagmar und Björn konnten Vorurteile abbauen; Daniel („Am liebsten tanze ich Tango“) war gar auf einem der sonntäglichen „Tanztees“ - ebenfalls von Bruhns und seinen zahlreichen Helferinnen und Helfern organisiert - und hat dort festgestellt: „Die sind nicht so hausbacken, wie sie sich anhören!“ Im Gegensatz zu Dagmar und Björn kann er sich allerdings nicht vorstellen, einen Fortgeschrittenen-Kurs zu besuchen. „Da lernt man wohl hauptsächlich Drehungen und Verfeinerungen, für die man im richtigen Leben nie genügend Platz hat“, erklärt er, verkündet jedoch nach Rücksprache mit seiner Freundin, daß er vielleicht am speziellen Disco-Fox-Kurs in den Semesterferien teilnimmt ... |
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| Die Kurse starten Mi, 16.4.97, 17 Uhr, im Hardenberghaus. |
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