| Umstritten war Richard Serras Stahlplastik „Terminal“, die die Stadt Bochum 1979 vor dem Hauptbahnhof aufgestellt hatte, von Anfang an. Während Teile der Bevölkerung über die „wandlungsfreudig korrodierende, warmtonige Oberfläche“ (lt. Bochum-Reiseführer) der 100-Tonnen-Skulptur entsetzt waren und den „Rostbefall“ beschimpften, lobten die Experten die künstlerische Ausdruckskraft der Großplastik. |
| Aktuell allerdings hatten 1996 die Investoren des neuen, angrenzenden Holiday-Inn-Hotels der Stadt deutlich signalisiert, daß ihnen eine andere Standfläche für den Stahlturm „angenehm“ sei. Vertreter der Ruhr-Uni griffen die Gelegenheit begeistert auf, die riesigen Eisenplatten mit ihrer labilen und gleichzeitig grandios ausgewogenen Statik auf dem Campus als kostenlose Dauerleihgabe zu präsentieren. |
| Von Anfang an bot sich das Forum als neuer Standort an; allerdings hatte das Staatliche Bauamt Bedenken bezüglich der Belastbarkeit der Abdeckung für die darunterliegende Tiefgarage. Da dazu der Univerwaltung jedoch unterschiedliche Expertenmeinungen vorlagen, wurde „Terminal“ - dank großzügiger Sponsorenschaft - testweise auf dem Forum aufgerichtet und wird nun mit unterschiedlichen Meßinstrumenten aus mehreren Lehrstühlen der Bauingenieure sorgsam beobachtet. Den aufwendigen Testaufbau beobachteten Rektor Prof. Bormann, Kanzler Dr. Wiebel und Oberbürgermeister Stüber zusammen mit Richard Serra, der extra angereist war, um die Verlagerung seines Werkes zu überwachen. Zur Sammlung der sicher auch auf dem Universitätscampus divergierenden Meinungen wird Anfang April ein Infocenter eingerichtet, um den Akzeptanzgrad wissenschaftlich zu untersuchen. |
| Babette Sponheuer |