RUBENS Nr. 171 - 1. Juli 2013
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Wie die Reise zum Mond

Startschuss für das Exzellenzcluster RESOLV

„We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard, because that goal will serve to organize and measure the best of our energies and skills, because that challenge is one that we are willing to accept.” Dieses berühmte Zitat von John F. Kennedy passt auch zum Exzellenzcluster RESOLV, findet Prof. Dr. Martina-Havenith-Newen. Mit ihren Kolleginnen und Kollegen stellte sie sich bewusst einer Menge Arbeit und einer großen Herausforderung, um das Cluster „Ruhr Explores Solvation“ an der RUB aufzubauen. Am 4. und 5. Juni feierte RESOLV seine Eröffnung mit einem wissenschaftlichen Symposium.

Im Exzellenzcluster arbeiten viele nationale und internationale Partner eng zusammen, um das führende Forschungszentrum für Lösungsmittelchemie in der Welt zu schaffen. Obwohl die meisten chemischen Reaktionen, wichtige industrielle Prozesse und nahezu alle biologischen Vorgänge in flüssiger Phase stattfinden, haben Wissenschaftler die Rolle des Lösungsmittels bisher nur am Rande betrachtet. Das möchte das RESOLV-Team ändern. „Unser Blick richtet sich gezielt auf das Lösungsmittel als Akteur, wie etwa Wasser“, erklärt Martina Havenith-Newen vom Lehrstuhl für Physikalische Chemie. Die Forscher wollen aber nicht nur den Prozess des Lösens einer Substanz verstehen, sondern auch herausfinden, welches Lösungsmittel in bestimmten Situationen die beste Wahl ist, und dieses Wissen in die technische Anwendung bringen.
„Genau wie Missionen ins Weltall erfordert auch unser Vorhaben mehr als die Arbeit einer einzigen Forschergruppe – es braucht weltweite Kooperation“, sagt Martina Havenith-Newen. Am Exzellenzcluster sind renommierte Forschungsinstitute aus den USA, Europa, Asien und Israel beteiligt. Während des Symposiums im Veranstaltungszentrum trugen unter anderem Sprecher von der UC Berkeley, ETH Zürich, École Normale Supérieure Paris, dem Weizmann Institute sowie aus Yale vor. Unter den rund 300 Teilnehmern war auch Bochums Oberbürgermeistern Dr. Ottilie Scholz. Viele RESOLV-Kooperationspartner aus dem Ausland sowie aus der Region kamen, etwa Vertreter aller Rektorate der Universitätsallianz Metropole Ruhr.

Unglaubliche Arbeit

„Das ist ein guter Tag für die Ruhr-Universität, die Stadt Bochum, die Region und für viele andere Orte“, sagte RUB-Rektor Prof. Elmar Weiler in seiner Ansprache. „Ich möchte mich bei allen Forschern bedanken, die eine unglaubliche Menge Arbeit in dieses Unternehmen gesteckt haben und damit die Universität als Ganzes nach vorn gebracht haben.“ Viele Aspekte aus dem RESOLV-Antrag wurden auch für die institutionelle Strategie der gesamten Uni übernommen, zum Beispiel die International Faculty. Über 30 Spitzenforscher aus aller Welt gehören zurzeit der International Faculty für Solvation Science an. Sie sind zum Beispiel in die Lehre für den englischsprachigen Masterstudiengang „Molecular Sciences and Simulation“ (iMOS) sowie in Austauschprogramme im Rahmen der Graduate School Solvation Science (GSS) involviert.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte RESOLV im Juni 2012 im Rahmen der Exzellenzinitiative. Bereits zwei Jahre vorher hatte das RUB-Team um Martina Havenith-Newen den Vorantrag einreichen müssen. Sie erinnert sich an eine arbeitsreiche Zeit mit ihren Kollegen Prof. Dominik Marx und Prof. Wolfram Sander. „Ich glaube, wir haben mehrere hundert Stunden Arbeit in den Antrag gesteckt“, sagt die Forscherin. „Die Chancen, dass er erfolgreich sein würde, lagen bei zehn Prozent. Aber wir haben es geschafft.“ Eine erfolgreiche Reise zum Mond also.

jwe; Foto: istock | Themenübersicht