RUBENS Nr. 168 - 1. April 2013
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Professoren verzichten

Freiwillige Mehrarbeit für künftige Studierende

Aus Sorge um die kommende Studierendengeneration haben sich unisono die Professoren der Ruhr-Universität zu einem ebenso ungewöhnlichen wie selbstlosen Schritt entschlossen: Sie verzichten in den nächsten fünf Jahren freiwillig auf ihre so genannten Forschungsfreisemester; Professoren haben nach jeweils sieben Semestern ein Anrecht, sich für ein Semester von der Lehre befreien zu lassen, um sich in Ruhe ihrer Forschung zu widmen; in der Lehre werden sie dann vertreten.
In ihrem Schreiben an das Rektorat der RUB begründeten die Professorinnen und Professoren den Verzicht (der ab dem 1.4.2013 und damit dem Beginn des Sommersemesters gilt) mit dem Wunsch, zusätzliche Lehrveranstaltungen anzubieten, damit die neuen Studierenden des doppelten Abiturjahrgangs noch besser betreut werden können. Einen Großteil dieser Studierenden erwarten die NRW-Hochschulen im Wintersemester 2013/2014. Solidarisch mit den Professoren haben sich daraufhin die Wissenschaftlichen Mitarbeiter bereit erklärt, in diesen Zeitraum freiwillig eine Stunde mehr pro Woche zu unterrichten.
Doch damit noch nicht genug: Zurzeit beraten die Personalräte, ob auch die Mitarbeiter in Technik und Verwaltung angesichts dieser ungewöhnlichen Schritte des wissenschaftlichen Personals dazu motiviert werden können, eine Stunde pro Woche Mehrarbeit zu leisten, die dann auf das Lebensarbeitszeitkonto der Mitarbeiter gutgeschrieben würde. Auf diese Weise könnten sie die Wissenschaftler vor den weiter zunehmenden bürokratischen Aufgaben befreien und ihnen so die intensivere Konzentration auf die Lehre ermöglichen. Der von den Personalräten bereits vorbereitete Beschluss muss noch mit den Gewerkschaftsvertretern diskutiert und abgesprochen werden.
Das Rektorat hat den Professoren und Wissenschaftlichen Mitarbeitern für ihren Entschluss gedankt und sie besonders für die außerordentliche Verantwortung gelobt, die sie, anders als die Politik, für die nächste Studierendengeneration durch diesen Schritt freiwillig zu tragen bereit sind. Das Rektorat erwägt darüber hinaus, sollten diese Maßnahmen allein nicht reichen, auch solche Mitarbeiter und Kollegen zu aktivieren bzw. reaktivieren, die 2012, 2013 und 2014 in Pension oder Rente gegangen sind oder noch gehen werden.

 

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