Per Rad über den Campus pendeln
Die RUB bekommt sieben Verleihstationen der metropolradruhr
Wer an der RUB studiert, hat es bequem: Als Campus-Uni sind die Wege zwischen den Gebäuden in der Regel kurz, nach der Vorlesung ist man schnell in der Mensa oder an der U-Bahn. Aber der Campus wächst – und mit ihm die Strecken, die zurückgelegt werden müssen. Die Sportstudierenden pendeln z.B. teilweise mehrmals täglich zwischen ihrem neuen Gebäude auf dem Gesundheitscampus und der Campussportanlage unter der Mensa. Bald müssen sie sich nicht mehr mit Parkplatznot oder langen Fußwegen rumschlagen – sie können in die Pedale treten, um sich auf dem Campus fortzubewegen. 15 neue Fahrradverleihstationen im Bereich der RUB, der Hochschule Bochum und Querenburg machen es möglich.
Im März haben die Aufbauarbeiten begonnen, zu Beginn des Sommersemesters werden die ersten Stationen von metropolradruhr, Deutschlands größtem öffentlichen Fahrradverleihsystem, in Betrieb gehen. Auf dem RUB-Campus entstehen sieben Stationen mit insgesamt 180 Fahrradständern, u.a. am HZO, bei GC und hinter NC. Hinzu kommen Stationen im Campus-Umfeld, z.B. im Unicenter (bei „Netto“), am Uni-Bad oder an der Overbergstraße, wo momentan ein neues Hörsaalzentrum entsteht.
Clever kombinieren
Björn Frauendienst von der Projektgruppe RUB.2013, der für die Mobilität im Zuge des Doppelten Abiturjahrgangs zuständig ist, freut sich über diese Zahlen: „Im Vergleich zu benachbarten Unis, die meist nur über eine Station verfügen, ist die RUB sehr gut versorgt.“ Das liegt auch daran, dass RUB.2013 eng mit der Bochumer Verkehrsplanung zusammenarbeitet. Man verständigte sich bereits im Frühjahr 2012 darüber, mehrere Verleihstationen auf dem Campus und in Campusnähe zu installieren. „Für unsere Planungen war die RUB ein wichtiger Standort, da sie und ihr Umfeld mit den vielen gemeinsam geplanten Wegverbesserungen ein großes Potenzial für den Radverkehr haben“, sagt Klaus Kremer vom Bochumer Tiefbauamt.
Die Vorteile am Radfahren liegen auf der Hand: Man ist schneller als zu Fuß, schont die Umwelt, entlastet den öffentlichen Nahverkehr, braucht keinen Parkplatz und muss keine Umwege zur jeweiligen Haltestelle in Kauf nehmen. Im Gegensatz zum eigenen Fahrrad ist man mit dem Leihrad nicht gezwungen, die gesamte Strecke vom Wohnort bis zur RUB mit ein und demselben Verkehrsmittel zurückgelegen, sondern kann clever kombinieren: Wer außerhalb von Bochum wohnt, kann z.B. mit der Bahn bis zum Hauptbahnhof fahren und dort auf ein Leihrad umsteigen. Oder mit der U35 zur RUB kommen und hier ein Rad ausleihen. Alle Leihräder verfügen über ein kleines Körbchen, in dem Platz für Tasche oder Rucksack ist. Mit einem Schnellverschluss lässt sich die Sattelhöhe leicht verstellen. Ein Narbendynamo sorgt auch in der Dunkelheit dafür, dass man sich sicher fortbewegen kann.
Spezieller Campusplan
Damit man als Radfahrer auf dem Campus nicht die Orientierung verliert, stellt RUB.2013 im Mobilitätsportal MOVE einen Campusplan speziell für Radfahrer zur Verfügung. Hier sind sowohl die Wege auf dem Campus als auch die Verleihstationen, Radständer und -boxen verzeichnet (s. Grafik). Mit dem Rad auf dem Campus – es funktioniert. Zumindest mit ein paar Tipps und Tricks: „Man muss die Wege natürlich kennen und eventuell einen minimalen Umweg in Kauf nehmen“, sagt Björn Frauendienst. Zusätzlich zum Campusplan wird es bald einen Plan geben, der einen 8-km-Radius rund um die RUB abdeckt und Routen zur Anreise mit dem Rad empfiehlt. Beide Pläne stammen „aus der Feder“ von Hendrik Winkler vom Geographischen Institut.
Die Verleihstationen der metropolradruhr werden aus Bundesmitteln (Bundesverkehrsministerium) finanziert. Die Städte hatten sich im Vorfeld mit bestimmten Kontingenten beworben. Für die Stationen bezahlt die RUB nichts, sie muss nur die Aufbaukosten übernehmen.
Alle Infos: www.rub.de/move
So funktioniert das Leihen
Bevor es losgehen kann, muss man sich einmalig auf der Website von metropolradruhr registrieren. Dabei wählen Studierende unter „Partner“ die Option „VRR-Abo/Monatskarte“ und geben als Kartennummer ihre Matrikelnummer an. Zum Aktivieren des Kontos erfolgt entweder einmalig eine Belastung von 1 Euro auf einer Kreditkarte oder man überweist diesen Betrag (er wird dem Kundenkonto gutgeschrieben). Zu jeder Station gehört ein Terminal, über das man zunächst das Rad bucht, um dann den Schloss-Code zu bekommen. Das funktioniert entweder mit einem VRR-eTicket (z.B. Ticket 2000, gilt nicht für den Studierendenausweis), mit einer bei der Betreiberfirma nextbike zu beantragenden RadCard, einer App für Android/iPhone oder telefonisch über die Hotline, die an den Rädern angebracht ist. An der Rückgabestation schließt man das Rad einfach wieder ab, drückt am Terminal oder in der App auf „Rückgabe“ oder ruft die Hotline an. Sind alle Ständer belegt, ist das auch kein Problem: Der Nutzer kann das Rad dann einfach neben einem Ständer anschließen; mehr: www.metropolradruhr.de
Das kostet die Fahrradausleihe
Für alle RUB-Studierenden ist die Grundnutzung der metropolradruhr-Räder kostenlos. Sie können täglich ein Fahrrad für eine halbe Stunde (einmalig, nicht zweimal für 15 min.) kostenlos ausleihen. Dasselbe gilt für Personen, die ein Ticket 1000 und 2000 („VRR eTicket“) besitzen. Alle anderen können zwischen dem Normaltarif (1 Euro pro halbe Stunde und 9 Euro für 24 Stunden) und dem RadCard-Tarif (für 3 Euro monatlich bundesweit die erste halbe Stunde jeder Fahrt frei, jede weitere halbe Stunde 50 Cent und 24 Stunden für nur 5 Euro) wählen. VRR-eTicket-Kunden bekommen zudem 50% Rabatt auf die RadCard-Grundgebühr, zahlen also nur 1,50 Euro pro Monat.
Maren Volkmann, Foto: AG Geomatik/jwe | Themenübersicht

