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Personalmeldungen
Neu ernannt
Seit Februar leitet Jun.-Prof. Dr. Daniel Greb die Arbeitsgruppe Algebra/Topologie an der Fakultät für Mathematik. Zu seinen Schwerpunkten zählen: Komplexe und Algebraische Geometrie, Geometrie höher-dimensionaler Varietäten und Kähler-Mannigfaltigkeiten, Geometrische Invariantentheorie und Modulräume. Greb erwarb 2004 zunächst einen Master of Science in Mathematik an der University of Warwick und nur einen Monat später ein Diplom in Mathematik an der RUB. Ebenfalls hier wurde er im Januar 2008 promoviert. Nach einem Jahr an der Uni Köln kam Greb Ende 2008 an das Mathematische Institut der Uni Freiburg. Hier blieb er bis zu seinem Ruf nach Bochum und habilitierte sich im Februar 2013. Zuvor absolvierte er noch drei externe Stationen: So war er im Frühjahr 2009 Postdoctoral Fellow in Berkeley, im Frühjahr 2011 Visiting Fellow Princeton sowie im Sommersemester 2012 Vertretungsprofessor in Bonn.
Rufe, Ehre, Ämter
Prof. Stefanie Dipper (Philologie) hat einen Ruf auf eine Professur für Linguistik des Deutschen mit dem Schwerpunkt Korpuslinguistik an der Uni Hamburg erhalten.
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Prof. Oliver T. Wolf (Psychologie) hat einen Ruf auf eine Professur für Biologische und Klinische Psychologie an der Uni Trier erhalten.
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Prof. Rainer Martin (Elektrotechnik u. Informationstechnik) hat einen Ruf auf eine Professur für Kommunikationssysteme an der RWTH Aachen erhalten.
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Prof. Nikolaus Jaspert (Geschichtswiss.) hat einen Ruf auf eine Professur für Mittelalterliche Geschichte mit dem Schwerpunkt Frühes Mittelalter und Historische Grundwissenschaften an der Uni Heidelberg erhalten.
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Jun.-Prof. Dr. Torsten Oliver Salge (Psychologie) hat gleich drei Rufe erhalten: einen an die RWTH Aachen, einen an die Uni Passau und einen an die Uni Straßburg.
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Erfolgreich bleibt Prof. Elmar Weiler bei der Wahl „Rektor/Präsident des Jahres“: Er belegt als Vierter zum fünften Mal (bei der fünften Wahl!) einen Platz unter den besten fünf Rektoren/Präsidenten Deutschlands. Im Vorjahr war er Dritter, 2011 Zweiter und 2010 Dritter; 2009 war Weiler erster Preisträger der damals ins Leben gerufenen Auszeichnung des Deutschen Hochschulverbandes. An der Abstimmung Ende 2012 nahmen 2.756 Wissenschaftler teil. Auf Rang eins kam der Präsident der Humboldt-Uni, Prof. Jan-Hendrik Olbertz.
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Die Mitglieder des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung haben am 5. März einstimmig Prof. Christoph M. Schmidt zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Seine Amtszeit läuft bis zum 29.2.16. Schmidt besetzt an der RUB den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik und angewandte Ökonometrie und ist Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung – RWI. Der Sachverständigenrat (umgangssprachlich „Die fünf Wirtschaftsweisen“) begutachtet die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Er ist eine unabhängige Institution, die seit 50 Jahren die politische Entscheidungsfindung maßgeblich beeinflusst.
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Eine Überraschung hielt das Institut für Deutschlandforschung (IDF) für seinen Gründungsdirektor Prof. Paul Gerhard Klussmann bereit: Zahlreiche Glückwunschschreiben zu seinem 90. Geburtstag (25.2.) kamen aus allen fünf Kontinenten nach Bochum und sind auf der IDF-Homepage abrufbar (www.rub.de/deutschlandforschung). Sie umspannen drei Generationen von Weggefährten, Kollegen und Schülern Klussmanns und dokumentieren seine breite, internationale Anerkennung. Klussmann gründete nach seiner Emeritierung das Institut für Deutschlandforschung (1989) und stand bis 2002 als Geschäftsführender Direktor an seiner Spitze.
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Der europäische Verband für Theorie und Anwendung der Signalverarbeitung, European Association for Signal Processing (EURASIP), hat Prof. Johann Böhme als ersten Deutschen zum Fellow ausgewählt. Der emeritierte Professor der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik erhält diese höchste Auszeichnung der EURASIP für seinen international herausragenden Beitrag zur statistischen Signalverarbeitung. Die Fachgesellschaft ernennt jährlich vier Forscher zu Fellows.
Nachrufe
Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Dr. Dr. h.c. Padma Kant Shukla (Physik und Astronomie). Er starb am 26. Januar völlig unerwartet auf einer Dienstreise in Neu-Delhi an einem Herzinfarkt. Prof. Shukla war nach Indien geflogen, um dort von Premierminister Singh den renommierten „Hind Rattan“-Preis entgegenzunehmen. Er würdigt den außergewöhnlichen Beitrag und die Verdienste in seinem Arbeitsbereich. Padma Kant Shukla wurde 1950 in Tulapur (Indien) geboren und zog mit 21 nach Europa. Seit 1993 war er deutscher Staatsbürger. An der Fakultät für Physik und Astronomie forschte er seit 1973 mit großem Engagement und unvergleichlichem Enthusiasmus an einer Schnittstelle zwischen Astro- und Plasmaphysik. Seine Ergebnisse veröffentlichte er regelmäßig in hochkarätigen Fachzeitschriften; insgesamt war er an mehr als 1.400 wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. Für seine Verdienste erhielt er zahlreiche Ehrungen: u.a. die Nicholson-Medaille, die er 2005 als erster Westeuropäer überhaupt bekam. Auch wurde Shukla 2006 als erster deutscher Staatsbürger in die Physikklasse der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften berufen, der nur wenige ausgewählte Wissenschaftler aus aller Welt angehören. Als Mitglied der Akademie beriet er das Nobelpreis-Komitee. Seit 2010 hatte Shukla den International Chair der RUB inne. Als „Botschafter“ forcierte er die grenz- und fachüberschreitende Vernetzung der Uni und förderte die Wertschätzung der RUB im Ausland. Ein Schwerpunkt von Shuklas wissenschaftlicher Arbeit waren staubige Plasmen, wie sie z.B. in den Saturnringen vorkommen. In diesen Plasmen entdeckte er die sog. Dust Acoustic Waves (Staub-Schallwellen).
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Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Dr. Karlernst Ringer, der am 12. Februar im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaft in Münster und Freiburg wurde Ringer in Freiburg promoviert. Nach der folgenden Habilitation war er (bis zu seiner Emeritierung 1990) an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der RUB tätig, die ihn 1968 zum außerplanmäßigen Professor berufen hatte. Die Schwerpunkte seiner Lehre lagen in der Entwicklungs- und Agrarpolitik sowie der Allgemeinen Volkswirtschaftspolitik. Ringer war Leiter des Partnerschaftsteams der Universitäten Köln, Bonn und Bochum. Er trug auch in entscheidendem Maße zu Aufbau und Entwicklung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Uni Kabul bei. Zeitgleich mit der Berufung an die RUB wurde Ringer zum Direktor des Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik ernannt, das er 1971-1979 geleitet hat. Karlernst Ringer war außerordentlich engagiert in der agrarpolitischen Forschung und Lehre. In besonderem Maße zu würdigen ist seine Tätigkeit in verschiedenen Gremien der universitären Selbstverwaltung. Seine Bescheidenheit, Gelassenheit und Fairness im Umgang mit Fachkollegen, Mitarbeitern und Studenten wird beispielhaft nachwirken.
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Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Dr. Alexander Sand, der am 6. März im Alter von 85 Jahren gestorben ist. 1969-1990 war er Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments an der Katholisch-Theologischen Fakultät der RUB. 1967 erschien in München seine Dissertation „Der Begriff ‚Fleisch‘ in den paulinischen Hauptbriefen“. Sie ist ein Standardwerk zur neutestamentlichen Anthropologie geworden. Gleichfalls in München ist 1968 seine Habilitationsschrift „Das Gesetz und die Propheten. Untersuchungen zur Theologie des Evangeliums nach Matthäus“ erschienen. An einem empfindlichen Punkt sowohl des ökumenischen als auch des jüdisch-christlichen Dialoges hat Sand die konstitutive Bedeutung der Tora für das Evangelium, aber auch die christologische Qualität der „Erfüllung“ deutlich gemacht. Gleichzeitig hat er den katholischen Moralismus der Moderne kritisch in den Blick genommen. In seiner Bochumer Zeit haben die Matthäusstudien einen Schwerpunkt gebildet. Sie sind 1986 in dem magistralen Kommentar gebündelt worden, der den „Regensburger Kommentar zum Neuen Testament“ auszeichnet. Alexander Sand hat in Bochum die Arbeit am Lehrstuhl, in der Fakultät und der Universität auf seine ruhige, verlässliche, sachliche und freundliche Art gefördert. Nach der Gründungsphase hat er die neutestamentliche Forschung an der RUB nachhaltig etabliert. Er hat Generationen von Priester- und Lehramtskandidaten im Ruhrgebiet und darüber hinaus geprägt.
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Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Dr. Mario Rese, der am 5. März im Alter von 49 Jahren völlig unerwartet gestorben ist. Der international hoch angesehene Wirtschaftswissenschaftler leitete an der RUB das Marketing Department. In seiner Forschung verband Rese wirtschaftswissenschaftliche Themen aus den Bereichen Marketing und Kostenrechnung u.a. mit ingenieurwissenschaftlichen Fragen. Er war maßgeblich an Aufbau und Erfolg des Berlin-Bochumer-Sonderforschungsbereichs Transregio 29 „Engineering hybrider Leistungsbündel – Dynamische Wechselwirkungen von Sach- und Dienstleistungen in der Produktion“ beteiligt. Hier war er zuletzt als stellvertretender Sprecher verantwortlich. Neben seinen forscherischen Akzenten war Mario Rese bei Studierenden wie Managern bekannt für seine unnachahmliche Art, wissenschaftlich komplexe Sachverhalte klar, verständlich und überdies auch humorvoll zu erklären. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und der Landwirtschaft in Göttingen wurde Rese 1993 an der FU Berlin promoviert. Im selben Jahr wechselte er an die Humboldt Universität und habilitierte sich dort 1998. 1999 folgte Rese einem Ruf der Uni Paderborn. Seit 2003 hatte er den Lehrstuhl für Betriebswirtschaft insbesondere Marketing an der RUB inne. Zudem war Rese an der European School of Management and Technology (ESMT) Berlin tätig, seit 2010 als Full Professor. In dieser Zeit hat er seine Forschung an der RUB weitergeführt und die Entwicklung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft im Bereich Marketing vorangetrieben.
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Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Dr.-Ing. Burkhard Schiek, der am 9. März im Alter von 74 Jahren gestorben ist. Er war von 1978 bis 2003 Leiter der Arbeitsgruppe Hochfrequenzmesstechnik an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Insgesamt hat Burkhard Schiek die Fakultät über drei Jahrzehnte lang entscheidend mitgeprägt. Er leistete Pionierarbeit in der Erforschung hochpräziser Hochfrequenz-Messsysteme und etablierte das Forschungsgebiet erfolgreich in der Fakultät. Durch seine zukunftsweisende Forschungsarbeit verhalf er der Ruhr-Universität zu internationalem Renommee. Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik verliert mit Burkhard Schiek einen geschätzten Kollegen und angesehenen Wissenschaftler, die Studierenden der RUB verlieren einen engagierten Hochschullehrer.
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