RUBENS Nr. 168 - 1. April 2013
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Faire vivre le français

Kongress der Französischlehrer an der RUB

Als vor 50 Jahren Konrad Adenauer und Charles De Gaulle im Elysée Palast den Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit unterschrieben, da war auch die besondere Förderung des Unterrichts in der jeweiligen Nachbarsprache ein wichtiger Bestandteil des Abkommens.

Seitdem haben sich eine Vielzahl von Institutionen und Personen diesem Ziel verschrieben. Dazu gehören hierzulande zuallererst die Französischlehrerinnen und -lehrer, ohne deren kontinuierliche Arbeit an der Basis solche Verträge lediglich bedrucktes Papier blieben. Vertreten werden sie durch die „Vereinigung der Französischlehrerinnen und –lehrer (VdF)“, deren Gründung sich in diesem Jahr zum 40. Mal jährt. Anlässlich dieser beiden Jubiläumsjahre veranstaltete sie in Zusammenarbeit mit der Professur für Didaktik der romanischen Literaturen am Romanischen Seminar vom 28. Februar bis 2. März ihren großen Bundeskongress an der Ruhr-Universität.
Unter dem Motto „Faire vivre le francais – Vielfalt im Französischunterricht“ konnten sich die über 500 Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland, darunter auch viele Studierende und Ehemalige des Romanischen Seminars, in mehr als 50 Ateliers und Vorträgen rund um den Französischunterricht informieren und weiterbilden. Die Themen reichten von den Möglichkeiten des Einsatzes neuer Medien über Bildungsstandards bis hin zur Schullektüre aus dem breiten Spektrum frankophoner Literatur. Daneben gab es Plenarveranstaltungen mit prominent besetzten Gesprächsrunden zum deutsch-französischen Geschichtsbuch und zu den deutsch-französischen Beziehungen. Dass letztere immer wieder neu mit Leben erfüllt werden müssen, machte Prof. Dr. Ingo Kolboom (TU Dresden) in seinem Eröffnungsvortag deutlich. Davon zeugen auch die vielfältigen Initiativen der französischen Botschaft und der Kulturinstitute, deren Vertreter/innen zahlreich zum Kongress erschienen waren.
Besondere Aufmerksamkeit erfuhr das Publikum durch die Schriftstellerin Marie Darrieussecq, die sich nicht damit begnügte, aus ihren Romanen vorzulesen, sondern extra für die Französischexperten einen geistreichen Vortrag über ihr Verhältnis zur französischen Sprache vorbereitet hatte. Zu den weiteren Höhepunkten des reichhaltigen Begleitprogramms gehörten die französischsprachigen Aufführungen des Knirps-Theaters und ganz besonders die Darbietungen der Schülerinnen und Schüler des Bochumer deutsch-französischen Gymnasiums (Hildegardis Schule). Die choristes schufen einen fulminanten musikalischen Rahmen für die Einführungsveranstaltung, die Schülertheatergruppe spielte beim abendlichen Empfang in der Lounge des VfL einige Szenen aus ihrem neuen Stück „Palace“ von Jean-Michel Ribes.
Der Kongress war eine beeindruckende Demonstration dafür, dass das Französische in Deutschland weiterhin eine wichtige und lebendige Schulsprache ist, die von vielen engagierten Lehrer/innen und Wissenschaftler/innen in Schulen und Universitäten erfolgreich unterrichtet wird. Nicht zuletzt die gute Ausstattung des Veranstaltungsortes (ID Gebäude) und die kompetente Unterstützung durch die Mitarbeiter/innen vor Ort trugen wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei.

 

L. Steinbrügge, Foto: Nelle | Themenübersicht