Who cares?
Malakowturm: Ausstellung zur Krankenpflege
Die im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité konzipierte Wanderausstellung „WHO CARES?“ ist ab 16. Februar im Malakowturm zu sehen. Sie berichtet von Geschichte und Alltag der Pflegeberufe, der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen.
Über die Zukunft der Pflegeberufe wird intensiv diskutiert: etwa vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung, die einen weiter steigenden Pflegebedarf erwarten lässt. Gegenwart und Zukunft der Krankenpflege in Deutschland sind aber auch durch ihre Geschichte geprägt. Die Ausstellung berichtet über wichtige Aspekte dieser Vergangenheit. Ausgehend von der Zeit vor 1800 blickt sie mithilfe zahlreicher, teils seltener Objekte auf die kirchliche Krankenpflege der Mutterhaus-Schwesternschaften, die weltlichen Krankenwärter/innen sowie die freiwillige Kriegskrankenpflege mit der Gründung des Roten Kreuzes Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber auch die Verhältnisse zur NS-Zeit, die Folgen der Teilung Deutschlands und die Krankenpflegereform der 60er-Jahre werden vorgestellt. Der Besucher kann so verfolgen, wie sich Schritt für Schritt staatlich anerkannte Berufe entwickelten.
Der Alltag der Pflegenden bedeutet die tägliche Auseinandersetzung mit Krankheit und Leid. Sie sind z.B. für Ernährung, Hygiene und Mobilisation der Kranken zuständig und an diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen beteiligt. Diese Aufgaben und Betätigungsfelder stellt die Ausstellung am Beispiel des Krankenhauses ebenso vor wie jene Faktoren, die die Arbeit der Pflegenden erschweren: Zeitmangel etwa oder die ständige Konfrontation mit Grenzerfahrungen.
Veranstalter sind die Medizinhistorische Sammlung und die Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der RUB. Präsentation und Begleitprogramm sind ein Kooperationsprojekt der RUB und der BARMER GEK, das die Hochschule für Gesundheit (HSG) in Bochum und der Verein zur Förderung der Medizinhistorischen Sammlung unterstützen. Das Rahmenprogramm bilden vier Veranstaltungen im Malakowturm bzw. in der HSG. Es gibt Vorträge zur „Berufsgeschichte der Krankenpflege im 19. und 20. Jahrhundert“ und zur „Ethik der Interpersonalität – Ärzte und Pflegende im Vergleich“, einen Themenabend „Gemeinsam arbeiten – gemeinsam lernen? Chancen und Grenzen interprofessioneller Ausbildung“ sowie die Podiumsdiskussion „Gegenwart und Zukunft der Pflege in Deutschland“.
Info: „WHO CARES?“, Ausstellung im Malakowturm Julius Philipp (Markstraße 258a) 16.2.-14.4.13, Mi 9-12 & 14-18, Sa 14-18 h, So 11-18 h; Eintritt 2, erm. 1 Euro; Mi zudem Gruppenführungen (55 Euro), Anfragen bitte an: Alexandra.Buhl@rub.de; mehr Infos: http://www.rub.de/malakow/sammlung/ausstellung.html
PD Dr. Stefan Schulz; Foto: Abteilung für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin | Themenübersicht

