"Wir schaffen das!“
Zentrale Studienberatung bereitet sich auf Doppelten Abijahrgang vor
Durch die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf zwölf Jahre („G8“) machen 2013 zwei Jahrgänge in NRW Abitur. Das bedeutet, dass deutlich mehr Abiturient/innen ein Studium beginnen wollen. Um dem Ansturm gewachsen zu sein, wurde an der Ruhr-Uni die Projektgruppe RUB.2013 gegründet. Zum Team gehört Eva Fischer, Leiterin der Zentralen Studienberatung (ZSB). Maren Volkmann sprach mit ihr über Herausforderungen, Ängste und gesunden Optimismus.
RUBENS: Frau Fischer, was geht Ihnen spontan durch den Kopf, wenn Sie an den Doppelten Abijahrgang denken?
Eva Fischer: Das ist ganz gemischt: Zum einen ist er eine große Herausforderung, zum anderen herrscht bei uns großer Optimismus, dass die RUB diese meistern wird. Wir sind uns sicher, dass die zusätzlichen Studierenden hier gut versorgt und aufgehoben sein werden. Zum Doppelten Abiturjahrgang fällt mir auch die Projektgruppe RUB.2013 ein, bei der alle an einem Strang ziehen und wo es großen Spaß macht, mitzuarbeiten.
Wie bereitet sich die ZSB speziell auf den Doppelten Abiturjahrgang vor?
Wir gehen davon aus, dass wir unser Sprechstundenangebot in der „heißen Phase“ ab Mai verdoppeln werden. Deswegen hat uns das Wissenschaftsministerium eine zusätzliche Stelle finanziert. Der neue Kollege kümmert sich aber nicht nur um die Studienberatung vor Ort, er geht auch in die Schulen und leitet Infoveranstaltungen für Klassen. Zudem gibt es bei RUB.2013 das Projekt RUB-Guides, in dem Studierende Schülerinnen und Schülern vom Studienalltag berichten. Inhaltlich überlegen wir zurzeit u.a., wie wir Studieninteressierte beraten können, die – z.B. weil ihr Abi nicht so gut war – befürchten, keinen Studienplatz zu bekommen. Allgemein werden wir die Fragen, die für den Doppelten Abijahrgang relevant sind, stärker in den Fokus nehmen.
Was sind das für Fragen?
Die größte Sorge, die Schüler/innen umtreibt, ist, ob sie einen Studienplatz bekommen und ob sich der NC verschärft. Eltern und Lehrer haben darüber hinaus mehr das Umfeld im Blick: Sind die Unis nicht komplett überlaufen? Bekommt mein Kind überhaupt noch einen Sitzplatz in der Vorlesung oder in der Mensa?
Und was antworten Sie darauf?
In erster Linie beruhigen wir die Studieninteressierten: Grundsätzlich werden in NRW für alle zusätzlichen Studierenden Studienplätze aufgebaut. Das heißt, es wird genug Studienplätze geben! Wovon man allerdings ausgehen muss, ist, dass das nicht in allen Fächern an allen Unis gleichermaßen der Fall sein wird. Hier sollte man sich also sowohl räumlich als auch fachlich breiter bewerben. Die Eltern können wir dadurch beruhigen, dass wir aufzählen, was die RUB alles tut: Wir mieten zusätzliche Räume an, das AKAFÖ baut das TUZ zur Mensa um. Es ist wichtig zu signalisieren: Wir haben alles im Blick, und wir arbeiten dran!
Welche Tipps geben Sie den Schülerinnen und Schülern des Doppelten Abiturjahrgangs?
Frühzeitig informieren! Die Schüler/innen können schon jetzt in unsere Sprechstunden kommen, sich Termine für die Einzelberatung holen, Workshops zur Entscheidungsfindung besuchen oder in unsere Vorträge zu den Themen „Studium, Bewerbung, Zulassung“ kommen. Später im Jahr gibt es wieder den „Tag der Offenen Tür“ (kurz vor Ostern) und den „Langen Abend der Studienberatung“ (Juni). Zudem bieten wir Chats zum Thema Studieren an. Je früher man sich informiert, desto besser! Auf unserer Website gibt es alle Termine.
Und wenn es dann doch nicht mit dem Studienplatz an der RUB klappt?
Dann schauen wir gemeinsam, was es für Alternativen gibt: Gibt es andere Fächer, die in Frage kommen? Ist es denkbar, in ein anderes Bundesland zu gehen, wo die Chancen besser sind? Bietet es sich an, zunächst eine Ausbildung zu machen, um dann über die Wartezeit einen Studienplatz zu bekommen? Ist eine Fachhochschule die bessere Wahl für den jeweiligen Berufswunsch? Wir schauen da ganz individuell, was passen könnte.
Ihr Fazit?
Ärmel hochkrempeln, und wir schaffen das! Das ist unser optimistisches Motto (lacht).
Weitere Infos: http://www.rub.de/zsb
Text & Foto: Maren Volkmann | Themenübersicht

