RUBENS Nr. 167 - 1. Feb. 2013
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Offener Blick

Fotoausstellung in der Universitätsbibliothek

Vom 7. Februar bis zum 7. April sind im Treppenhaus der Bochumer Universitätsbibliothek Bilder von Dejan Vekić zu sehen: „Offener Blick – Fotografische Spuren urbanen Lebens“ (Mo-Fr 8-24, Sa 11-20, So 11-18 h, Eintritt frei).

Vekić ist einer der bedeutendsten bosnisch-herzegowinischen Fotografen der Gegenwart. Dem „offenen Blick“ vertrauend, strebt er danach, alltäglich wirkende Komponenten der umgebenden Realität mit ästhetischen Effekten zu verbinden. Ziel ist es, weder zu dokumentieren noch abzubilden. In der UB werden in Kooperation mit der Südosteuropa-Gesellschaft Vekic’s Arbeiten aus drei Serien gezeigt: „wieSarajevo“ (1992-1995), Paris (1998-2001) und Gefängnis Zenica (2004). Der Autor konzentriert sich vorwiegend auf „begrenzte“ Mikrokosmen wie das belagerte Sarajevo, die aus der Vogelperspektive abgebildeten Straßen von Paris und das Gefängnis in der zentralbosnischen Stadt Zenica. Vekić sucht die Objekte nicht, sondern lässt sich von ihnen anziehen. Sein „Fotoatelier“ ist die grenzenlose Vielfalt der ihn umgebenden Welt, die genug Motive ohne jegliche „Inszenierung“ bietet. Durch „Low-Key-Beleuchtung“ verleiht Vekić den abgebildeten Objekten beinahe abstrakte Formen ohne Gewicht und erhöht ihre Narrativität. Durch die Kamera reduziert Vekić die Umgebung auf Einzelteile, die keineswegs statisch wirken. Sie sind in ständiger Bewegung und gleichzeitig einer gegenseitigen Wechselwirkung ausgesetzt, aus denen die eigene Realität dieser Werke herausragt. Vekic’s Bilder zeugen von der Bereitschaft, nicht aufzugeben. Die Brücke, die klare Linie des Weges entlang der Mauer, die Verkehrsschilder, der direkte Blick aus der Gefängniszelle, alles gibt einem das Gefühl, dass das Leben auf eine Lösung/Erlösung zulaufen kann.

ad; Foto: D. Vekic | Themenübersicht