Die LehrLounge zu Gast…
…im Steinruch
Die Stabsstelle Interne Fortbildung und Beratung (IFB) hat im April 2012 die Tagung „LehrLounge – Der Lehre Raum geben“ ausgerichtet. In ihrem Fokus standen Lehrräume: d.h. räumliche Dimensionen von Lehre sowie didaktische Methoden in besonderen sowie inklassischen Lehrräumen. Die IFB gab dabei Lehrenden und an Lehre Interessierten einen intensiven Einblick in insgesamt acht außergewöhnliche Lehrräume der RUB: durch Raumworkshops je direkt vor Ort. Die Teilnehmenden arbeiteten didaktische Methoden bzw. Prinzipien heraus, die bei der raum- und fachspezifischen Lehre zum Einsatz kommen. Ein zweiter Blick auf Methoden und Prinzipien zeigte, dass diese – unabhängig vom Fach – alltagsfähige Handlungsoptionen in klassischen Lehrräumen ermöglichen. RUBENS stellt diese Räume in einer Serie vor und zeigt dabei exemplarische Transfermöglichkeiten ausgewählter didaktischer Aspekte auf. In Teil 5 der Reihe geht es um den Steinbruch Klosterbusch.
Die Lehre in diesem Raum ist für mich besonders, weil… „der Steinbruch Klosterbusch – als größtes Bodendenkmal in Bochum – auf dem Gelände der RUB einen anschaulichen dreidimensionalen Einblick in den Aufbau des Untergrundes vermittelt. Zwischen 7 und 30 Studierende können in unterschiedlichen Längenskalen Zusammensetzung und Strukturen der Gesteine in Kleingruppen analysieren und deren Entwicklung diskutieren. Durch seine Lage im Kern einer großen Falte ist der Steinbruch eine Schlüsselposition für das Verständnis der Verformung der Schichten im Ruhrgebiet. Die steilen Felswände und Halden sind Lebensraum außergewöhnlicher Pflanzen und Tiere und eröffnen umfangreiche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen.“ (Dr. Manfred Brix, Fakultät für Geowissenschaften)
Ein Beispiel zur Konkretisierung des Besonderen: Bei Führungen von Fachexkursionen für Teilnehmer/innen aus dem In- und Ausland sowie der Industrie werden die charakteristische zyklische Abfolge und die Materialeigenschaften der mehr als 300 Millionen Jahre alten Gesteine illustriert. Die Kenntnisse dieser Gegebenheiten sind wichtig für die Erschließung und Nutzung von Speichergesteinen, z.B. für die Gewinnung oder Speicherung von Erdgas oder die Verpressung von Kohlendioxyd, oder Projekte zur Gewinnung geothermischer Energie. Öffentliche Führungen in Zusammenarbeit mit der Stadt Bochum und dem GeoPark Ruhrgebiet sensibilisieren die Bürger für die Rolle von Geologie und Bergbau bei der Entwicklung des Ruhrgebietes.
Welche didaktischen Methoden/Prinzipien kommen zum Einsatz? Lehren und Lernen im Gelände (Arbeiten unter realen Bedingungen); Selbsterfahrungen; forschendes Lernen; Einzel- und Gruppenarbeit; Diskussion; kollegiales Feedback; Visualisierungen.
Ein exemplarisches Fazit für die Lehre: Das Lehren und Lernen am Gegenständlichen, verbunden mit hoher Selbsterfahrung, kann sehr aktivierend und motivierend wirken. Dabei ist es für den Lehrenden wichtig, sich als Lehrperson „zurück zu nehmen“, anleitend zu agieren und die Lernenden selbständig erleben und lernen zu lassen.
Infos zur Tagung: Dina Burandt, IFB, -27484, Dina.Burandt@uv.rub.de
Text & Foto: ifb | Themenübersicht

