RUBENS Nr. 167 - 1. Feb. 2013
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"Hier arbeitet es sich super“

Biologen renovieren und schaffen Platz für mehr Studierende

Perfekte Planung, viele helfende Hände, gute Zusammenarbeit und dazu noch ein paar Nachtschichten – mit diesem Rezept hat die Fakultät für Biologie und Biotechnologie das Großprojekt gestemmt, den Praktikumsraum NDEF 06/398 in den vergangenen Sommersemesterferien komplett zu renovieren. Damit ist die Fakultät für den Doppelten Abiturjahrgang 2013 gerüstet, und der Raum ist technisch auf dem allerneuesten Stand. „Wir haben ganz schön geschwitzt, ob wir den Termin einhalten können“, erläutert Studiendekan Prof. Dominik Begerow. Aber es hat geklappt: „Als die Studierenden zum ersten Kurstag kamen, haben die Schreiner gerade die letzte Fußleiste angeschraubt.“


Die Fakultät hatte sich verpflichtet, die Zahl der Studienplätze als Vorbereitung auf den Doppelten Abiturjahrgang aufzustocken. „Dass wir mehr Plätze im Praktikumsraum schaffen mussten, war klar“, sagt Dominik Begerow, „aber es ist nicht einfach damit getan, mehr Tische reinzuschieben.“ Deswegen planten die Bio-Professoren, die in dem Raum lehren, den Umbau weit im Voraus, gemeinsam mit dem Dekanat, den Dezernaten 5 und 6, der Fakultätsschreinerei und der Projektgruppe RUB.2013. Erste Pläne schmiedeten die Beteiligten schon im Januar 2010. Etwa zwei Jahre später kam das „Go“ für die 360.000 Euro teure Sanierung. Das Geld entstammte dem Topf, den das Rektorat für die Vorbereitung auf den Doppelten Abijahrgang bereitstellt.

Nachts und am Wochenende

Da der Raum im Semester ständig in Betrieb ist, kamen für die Renovierungsarbeiten nur die Sommersemesterferien in Frage. Decke, Boden, Mobiliar und technisches Equipment wurden runderneuert. Ein straffes Programm für drei Monate, das nur durch den unermüdlichen Einsatz der Werkstatt möglich war, die auch am Wochenende, nachts und an Feiertagen arbeitete. Nach dem Umbau ist der Raum kaum wiederzuerkennen. Wo früher schwere Arbeitstische mit großen Unterbauten aufgereiht waren, stehen nun moderne Gruppentische für jeweils zehn Studierende und einen Betreuer. Je zwei Gruppen teilen sich einen Beamer – die Zeiten des Frontalunterrichts sind vorbei. Alle Tische haben ein maßgefertigtes Spülbecken, von denen es vor der Renovierung nur halb so viele im ganzen Raum gab.
Außerdem ist jeder Platz mit einem Internetanschluss und sog. Schwanenhalsleuchten ausgestattet. „Das sind dimmbare LEDs“, erklärt Prof. Thomas Stützel. „Als ich hörte, dass sie hier installiert werden sollen, habe ich erst einmal gegooglet, ob es so etwas überhaupt gibt.“ Gibt es. Und sie sind ganz besonders wichtig für die Arbeit der Biologie-Studierenden, die in diesem Raum z.B. anhand von winzig kleinen Präparaten lernen, Tiere und Pflanzen zu bestimmen. Dazu stehen auch moderne Mikroskope und Stereolupen bereit. „Die Optik ist das A und O in diesem Kurs“, sagt Dr. André Mursch, der schon seit vielen Jahren die zoologischen Bestimmungsübungen betreut und feststellt: „Durch die bessere Optik sind die Studierenden jetzt motivierter.“ Eine Firma fertigte die Leuchten speziell für die RUB an. „Das hat so bislang keine andere Uni“, so Begerow.
Nun passen komfortabel 120 Studierende in den Raum, der früher gerade mal für 85 Leute ausgelegt war. Lauter oder wuseliger ist es dadurch aber nicht. „Hier arbeitet es sich super“, meint Studentin Theresa Ebbeskotte (Foto). „Wir sind zwar total viele Leute in diesem Raum, aber man merkt es gar nicht, weil die Lernatmosphäre einfach toll ist.“ Auch André Mursch gefällt die neue Sitzordnung: „Man hat als Betreuer viel mehr Freiraum, um sich zu bewegen. So kommt man auch schneller zu den Studierenden, wenn sie eine Frage haben.“ Mehr Leute im Raum und gleichzeitig mehr Platz – ein gelungener Umbau.

jwe; Foto: Nelle | Themenübersicht