RUBENS Nr. 167 - 1. Feb. 2013
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Von Mitarbeitern empfohlen

8 wichtige Tipps für Vorgesetzte

Was macht einen guten Vorgesetzten aus? Dieser Frage widmeten sich mehr als 120 RUB-Beschäftigte ohne Führungsverantwortung im Oktober 2012 im Workshop „Perspektivwechsel Führung“ auf Einladung von Rektor und Kanzler. Was brauchen Mitarbeiter von ihren Vorgesetzten, damit sie gut arbeiten können? Was können sie selbst beitragen, um ihre Vorgesetzten zu unterstützen? Herausgekommen sind zahlreiche Empfehlungen für Führungskräfte und für Kollegen aus der Mitarbeiterperspektive – hier die wichtigsten Tipps (ausführlich: www.rub.de/fuehrung):

1, Wertschätzung zeigen: Die Mitarbeiter/innen wünschen sich, von ihren Vorgesetzten sowohl als Teammitglied als auch als Individuen wahrgenommen zu werden, sie wollen menschlich, respektvoll und wertschätzend behandelt werden. Offenheit, Ehrlichkeit und die Anerkennung von Leistungen gehören dazu.
2, Transparenz herstellen: Eine gerechte Behandlung ist den Mitarbeitern wichtig, d.h. auch: gleiche Infos für alle! In regelmäßigem Austausch machen Vorgesetzte im Idealfall ihre Entscheidungen transparent, kommunizieren verständlich und sind für Nachfragen offen. So werden alle Teammitglieder „mitgenommen“.
3, Im Dialog sein und bleiben: Um das große Ganze zu verstehen, wünschen sich Mitarbeiter einen regelmäßigen Informationsaustausch, die konkrete und zeitnahe Diskussion von Problemen. Vorgesetzte hören aktiv zu, erkennen die Bedeutung von (Mitarbeiter-)Gesprächen (an) und führen diese regelmäßig. Zeiten für Feedback einzuplanen ist wichtig; zudem ist hilfreich, wenn Vorgesetzte gut über die Arbeitsabläufe ihrer Mitarbeiter/innen Bescheid wissen.
4, Klar kommunizieren: Eindeutigkeit ist Trumpf: Wenn Vorgesetzte klare Ziele, Prioritäten, Zuständigkeiten und Fristen vermitteln, Verantwortlichkeiten festlegen und verlässlich sind, beweisen sie einen kontinuierlichen und gradlinigen Führungsstil, den Mitarbeiter sich wünschen.
5, Fortbildungen in Anspruch nehmen: Bei Problemen im Team sollten Vorgesetzte sich nicht scheuen, professionelle Hilfe zu holen (z.B. externe Mediatorin, Personalrat, Coaching). Die Mitarbeiter wünschten sich zudem verpflichtende Einführungskurse in Personalführung für ihre Vorgesetzten, die Themen wie Kommunikation, Wertschätzung, „Rückendecken“ und Karriereentwicklung aufgreifen.
6, Konfliktfähig, entscheidungsfreudig und souverän sein: Vorgesetzte sollten keine Angst vor Konflikten haben. Sie sollten Souveränität ausstrahlen, d.h. konsequent, entscheidungsfreudig und selbstlos handeln. Offen und konstruktiv sein und Position beziehen – das sind Eigenschaften, die ein Vorgesetzter benötigt. Die Übernahme von Verantwortung für das Team und die Aufgaben sind ebenfalls unabdingbar.
7, Ressourcen erkennen und fördern: Vorgesetzte sollten die Potentiale ihrer Mitarbeiter erkennen und fördern, indem sie konkrete Angebote machen (z.B. interdisziplinäre Projekte, Fortbildung) – das wünschen sich die Kolleg/innen. Es hilft ihnen, wenn ihre Vorgesetzten ihnen etwas zutrauen und Kompetenzbereiche schaffen, ihnen Handlungsspielräume ermöglichen und sie mit Rückendeckung eigenverantwortlich arbeiten lassen.
8, Fürsorgepflicht wahrnehmen: Arbeit ist nur das halbe Leben, deshalb ist es aus Sicht der Mitarbeiter wichtig, dass Vorgesetzte ihre Bedürfnisse berücksichtigen und z.B. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Urlaub und Krankheit respektieren.

Tipps für Mitarbeiter

Auch Mitarbeiter haben einen Anteil daran, dass Führung gut funktioniert. Die Teilnehmer/innen des Workshops haben deshalb auch ihr eigenes Verhalten selbstkritisch unter die Lupe genommen. Drei Tipps an Kolleg/innen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten und im Team sind dabei herausgekommen:
1, Den Dialog suchen und Mut zur konstruktiven Kritik haben, z.B. bei Unklarheiten nachfragen, Interesse an einer Weiterentwicklung deutlich machen, Feedback geben, auch mal nein sagen.
Tipp 2: Loyalität beweisen, d.h., an einem Strang ziehen und dem Vorgesetzten mit respektvoller Unterstützung zur Seite stehen. Man soll selbst das umsetzen, was man von der Führungskraft erwartet.
Tipp 3: Eigenverantwortlich den eigenen Arbeitsbereich ausfüllen – hier heißt es z.B. gut organisiert zu sein.

Rektorat und Dezernenten haben die Ergebnisse zum Anlass genommen, alle Überlegungen zur Führung in einer Charta zu bündeln. 2013 wird es zahlreiche Workshops für Mitarbeiter/innen geben, um sie zu entwickeln. Am Ende steht eine verpflichtende Schulung für alle neuen Führungskräfte der RUB aus Wissenschaft und Verwaltung, die auf der Charta fußt. Haben Sie Interesse sich zu beteiligen? Unter http://www.rub.de/fuehrung finden Sie Infos und können Ihre Meinung sagen!

md; Foto: ifb | Themenübersicht