Unter dem Elefanten!
Die neue Ausgabe von RUBIN ist da
Für die neue Ausgabe des RUB-Wissenschaftsmagazins hat Fotograf Damian Gorczany echtes Vertrauen bewiesen: Mitsamt seiner Kamera legte er sich unter einen Elefanten im Wuppertaler Zoo. Zur Belohnung, weil der so artig war, wurde er Covermodel des neuen RUBIN, das druckfrisch zu haben ist und im Internet steht unter http://www.rub.de/rubin.
Was der Fotograf unter dem Elefanten zu suchen hatte? Er dokumentierte die Arbeit von Bochumer Geologen um Prof. Dr. Tom Schanz. Gemeinsam mit Bonner Paläontologen wollen sie aus den Fußabdrücken der Elefanten herauslesen, wie schwer Dinosaurier waren. Am Anfang stand die Entdeckung eines Studenten im Dinopark Münchehagen bei Hannover. Er fand bislang unbekannte Fußabdrücke von Langhalssauriern, rund 25 Meter langen Giganten. Sie waren vor 140 Millionen Jahren, als an der Stelle des Parks ein feuchter Sandstrand lag, dort ihrer Wege gezogen.
Zwei Fährten im Sandstein sind Gegenstand der Untersuchungen. Zwei wesentliche Parameter beeinflussen Tiefe und Form der Fußabdrücke, nämlich das Gewicht des Tieres und die Zusammensetzung des Untergrundes. Würde man alle drei Größen – also Gewicht, Bodenbeschaffenheit und Abdruckform – kennen, könnte man sie in einem mathematischen Modell in Beziehung setzen. Per Computer könnte man so für jeden Fußabdruck das Gewicht des Verursachers bestimmen. Aber wie gelangt man an die notwendigen Daten? Im Labor gelang das nicht, weil Fußabdrücke auf komplexe Art entstehen: Die Kraft, mit der ein Fußabdruck entsteht, hat zwei Komponenten, eine statische und eine dynamische. Die Forscher müssen also wissen, auf wie viele Beine ein Tier sein Gewicht verteilt, während der Abdruck entsteht – die statische Komponente. Sie müssen aber auch beachten, mit welcher Geschwindigkeit der Fuß auf den Boden trifft – die dynamische Komponente.
Da Elefanten einen ähnlichen Körperbau haben wie seinerzeit die Saurier, wagten sich die Forscher ans lebende Objekt und ließen Elefanten über gezielt präparierte Untergründe laufen. Dabei zeichneten sie sie mit Hochgeschwindigkeitskameras aus der Sportwissenschaft auf und vermaßen später die Fußabdrücke mittels Laser. Natürlich kümmern sie sich auch um die Zusammensetzung des Gesteins und ergründen, was sich in den letzten 140 Millionen Jahren seit der Entstehung der Fußabdrücke getan hat. So wollen sie bald das genaue Gewicht der Saurier errechnen.
Untiefen des Netzes
RUBIN widmet sich daneben wie immer auch ganz gegenwärtigen Dingen, u.a. der Bedrohung durch Angreifer im Internet. Meist unerkannt treiben sie dort ihr Unwesen, kapern Rechner ahnungsloser Nutzer und lassen diese z.B. Spam-Mail verschicken. In den Untiefen des Netzes kann man solche Dienste sogar gegen Geld mieten. Da sich die gekaperten Rechner untereinander vernetzen und nur bei Bedarf miteinander kommunizieren, sind solche sog. Botnetze nur schwer ausfindig zu machen.
IT-Spezialisten der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thorsten Holz begeben sich auf die Jagd nach solchen Angreifern. Ihre Strategie: Schlecht geschützte Computer dienen als vermeintlich leichte Beute; die Forscher sprechen von „Honeypots“ (Honigtopf bzw. Honigfalle). Sind diese Köder einmal gekapert und stehen in den Diensten eines Angreifers, können die Forscher den Angriff praktisch aus der Nähe beobachten und die Vorgehensweise des Angreifers studieren. Die gewonnenen Informationen fließen dann in Schutzmaßnahmen ein.
Und hier noch alle Themen der aktuellen RUBIN auf einen Blick: Wirksam und ungefährlich: Fumarsäureester gegen MS; Mit Speck fängt man Mäuse: Angreifer im Internet tappen in den Honeypot; Religionskontakt um die Ecke; Jahrhunderte alte Gespräche belauschen; Stammzellen füllen Knochenlücken; Auf dass sich die Balken biegen: Betonbauteile zuverlässig testen; An der kurzen Leine: die Debatte ums bedingungslose Grundeinkommen; E-Autos im Alltagstest; Moderne Spurenleser: Was Dinosaurier wogen; Schwimmende Überlebenskünstler: Verteidigungsstrategien des Wasserflohs; Im Gewand des Feindes: Autonome Nationalisten. RUBIN ist zum Preis von 4 Euro in der Stabsstelle Strategische PR & Markenbildung erhältlich (UV 0/42, Tel. -26952) und steht im Internet unter http://www.rub.de/rubin.
md; Foto: Gorczany | Themenübersicht

