RUBENS Nr. 164 - 1. Nov. 2012
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Erster RUB-Krimi

Gerhard Menschings „Die violetten Briefe“

Gerhard Mensching war ein absolutes Multitalent. Er war (u.a.) Schriftsteller, Puppenspieler, Schauspieler und Germanist. Er schrieb zahlreiche erfolgreiche Kinderbücher, Hörspiele, Romane und Theaterstücke. International bekannt wurde er durch seine künstlerische Betätigung mit Puppen und Marionetten, die letztlich in beliebten Fernsehsendungen wie „Lemmi und die Schmöker“ mündete. Zudem spielte er diverse Hauptrollen bei Inszenierungen der Studiobühne am Musischen Zentrum. Schließlich war Gerhard Mensching über 20 Jahre lang als Akademischer Oberrat an der Ruhr-Uni tätig, seine Lehrgebiete: Drama, Lyrik und Erzählung. 1992, also vor 20 Jahren, starb er mit nur 59 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.
Nicht zuletzt haben wir Mensching den wohl ersten RUB-Krimi zu verdanken: „Die violetten Briefe“ (erschienen in: „Die violetten Briefe. Drei kriminelle Novellen“, Haffmans, Zürich 1989; erhältlich neu oder gebraucht in jedem Online-Buchhandel). Mit ihren kriminalistischen, erotischen und grotesken Elementen enthält diese Erzählung einige der wesentlichen Merkmale von Menschings Büchern und liest sich innerhalb kürzester Zeit praktisch von selbst. Im Mittelpunkt steht der Germanistikstudent Thomas. Sein sehr geordnetes Leben mit fester Freundin, erfolgreichem Studium und ausgereiften Zukunftsplänen gerät unvermittelt aus den Fugen, als er im Anschluss an die erste Sommersemester-Sitzung der Schiller-Vorlesung einen Brief (in violettem Umschlag) nach Hause geschickt bekommt. Offenbar hat eine Kommilitonin sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Sie will sich zunächst nicht zu erkennen geben, schickt gleichwohl wöchentlich weitere Briefe, in denen sie immer eindeutigere sexuelle Anspielungen macht und letztlich Thomas sogar ganz konkret dazu auffordert, sie zu vergewaltigen…

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