RUBENS Nr. 164 - 1. Nov. 2012
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Schlag auf Schlag

Zwei Ausstellungen in der Universitätsbibliothek

Schlag auf Schlag geht es zurzeit in UB: Noch hingen im Treppenhaus die Bilder der Namibia-Exkursion, da wurden sie auch schon um weitere Bilder ergänzt. Aber auch die Ausstellung „Inside Out“ wird noch im November abgelöst: durch Werke von Karl Eimermacher.

Doch der Reihe nach: Seit dem 11. Oktober (und bis zum 18. November) ist im UB-Treppenhaus die Ausstellung „Kontraste erforschen“ zu sehen (RUBENS 163). Seit dem 18. Oktober und ebenfalls bis zum 18. November hängen dort zusätzlich die Werke der Ausstellung „Inside Out – Bilder vom Eigenen und Fremden“ zu sehen. Zwölf Studierende der Fakultät für Sozialwissenschaft haben sich in einem Seminar zur kulturpsychologischen Bild- und Filmanalyse mit dem Thema „Das Eigene und das Fremde“ sowie mit Fragen zum Thema „Interkulturalität“ photographisch auseinandergesetzt und geben nun ihren inneren Bildern einen Ausdruck. Der Mensch hat eine Vorstellung von den Dingen – von den Menschen, von Orten, von Situationen und natürlich von sich selbst. Wir haben bestimmte Bilder in unseren Köpfen, aber wie verhalten sich diese zu der uns umgebenden Wirklichkeit? Das was wir sehen und wie wir die Welt sehen ist niemals bloß Abbild der äußeren Wirklichkeit, es ist abhängig von unserer Perspektive und immer schon Ergebnis von Interpretationen, die ihrerseits individuell und kulturell bestimmt sind. Mit anderen Worten: Die Bilder in unseren Köpfen sind bereits gerahmt. Bilder vom Eigenen und Fremden sowie ihr Verhältnis zur Wirklichkeit erscheinen hierbei als besonders interessant, denn es handelt sich um relationale Konzepte, d.h. das Fremde und das Eigene bedingen sich gegenseitig. So existiert das Fremde nicht als eine Entität in der Außenwelt, sondern ist eine Konstruktion des eigenen Inneren. Wer sich Bilder vom Eigenen und vom Fremden macht, kehrt somit immer auch sein Inneres nach außen.

Alles ist im Fluss

Ab dem 22. November (bis zum 22. Januar 2013) zeigt die UB „Panta rhei: ...zwischen Himmel und Erde, zwischen Natur und Kultur...“. Die Ausstellung zeigt Fotografien des emeritierten Slawistik-Professors Karl Eimermacher. Alles ist im Fluss: Nichts ist schön, nichts hässlich. Allein die Blickrichtung verwischt oder konturiert, wertet auf oder ab... Natur und Kultur stehen sich scheinbar gegenüber, wirken scharf voneinander getrennt oder überlagern sich, auch weisen sie oft ähnliche Merkmale auf, gehen ineinander über. So kann aus Natur auch Kultur generiert werden, die ihrerseits Natur schützt oder sich wieder selbst auflöst und zur Un-Kultur deformiert. Müll ist ein Beispiel dafür. Müll, abstoßend und hässlich, kann auch interessant und schön sein. Entscheidend ist, wie man ihn ansieht, wie man ihn fasst, ihn also letztlich auf-fasst. So kann der fotografische Blick Müll aufwerten, durch einen neuen Kontext ästhetisieren. Er transformiert dadurch zu einer neuen Wirklichkeitsdimension und wird wieder ein Teil der Kultur.

Info: Alle Ausstellungen sind im zentralen Treppenhaus der UB zu sehen; Eintritt frei, Mo-Fr 8-24, Sa 11-20, So 11-18 h; Kontakt: Gisela Ogasa, UB, -27354, gisela.ogasa@rub.de.

ad; Foto: Karl Eimermacher | Themenübersicht