RUBENS Nr. 164 - 1. Nov. 2012
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Gleicher und ungleich zugleich

Internationale Konferenz an der RUB

Die Geschlechterverhältnisse entwickeln sich heute paradox: Frauen werden in qualifizierten Berufen und auf Entscheidungspositionen der Politik zunehmend sichtbarer. Die meisten Frauen (und auch Männer) wollen heute in der Tat ein Leben jenseits des Hausfrauen-Ernährer-Modells führen. Im Windschatten dieser Entwicklung zu mehr Gleichberechtigung zeigen sich jedoch vertiefende komplexe Ungleichheiten – diesmal beispielsweise nach Klasse und Migration. So geht ein wachsender Teil von Frauen einer Erwerbstätigkeit nach; gleichzeitig erweisen sich die Arbeitsverhältnisse, in die Frauen überall auf der Welt einbezogen werden, in weiten Bereichen als zunehmend prekär und dereguliert.
Zudem wird die gesellschaftliche Reproduktionsarbeit weiterhin überwiegend unbezahlt von Frauen geleistet. Wird sie bezahlt, sind es oftmals Frauen mit geringer Ausbildung oder/und Migrationshintergrund, die in diesem Feld arbeiten. In der jüngsten Geschichte erkämpfte Gleichheiten werden so oft mit neuen Ungleichheiten bezahlt.
Eine internationale Konferenz an der RUB will diese Veränderungen in gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen nun eingehend untersuchen. Politische und wissenschaftliche Experten aus den USA, Dänemark und Deutschland diskutieren deshalb am 6./7. November 2012 im RUB-Veranstaltungszentrum. Die internationale Konferenz „Gleicher und ungleich zugleich – Neukonfigurationen von Macht und flexibilisierten Ungleichheiten“ wird veranstaltet von der Marie-Jahoda Gastprofessur für internationale Geschlechterforschung der RUB, dem Gunda-Werner-Institut Berlin, der Heinrich Böll Stiftung NRW und der Research School der RUB.Zu den Referentinnen gehört auch die aktuelle Marie-Jahoda Gastprofesserin Prof. Dr. Birte Siim aus Dänemark.
Info: Programm der Konferenz unter http://www.boell-nrw.de.

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