"Mut zum Querdenken“
inSTUDIES startet mit neuen Lehrangeboten ins WS
Das Angebot ist groß: Rund 20 Lehrveranstaltungen bietet das vom BMBF geförderte Projekt inSTUDIES im WS 12/13 an. Ziel ist, Studierende bei der Bildung eines persönlichen Studienprofils zu unterstützen. Kennzeichnend für die inSTUDIES-Formate ist deshalb die hohe eigenverantwortliche und forschungsnahe Teilhabe am wissenschaftlichen Diskurs. Im Gespräch mit Janine Bruder informiert Birgit Frey, inSTUDIES-Koordinatorin für den Optionalbereich, über die neuen Module. Die Palette reicht von interkulturellen Veranstaltungen mit Auslandsaufenthalt bis hin zu „fachaffinen“ Forschungsprojekten.
Wie sind die inSTUDIES-Module in das Studium integriert?
Mit den Modulen sprechen wir insbesondere Studierende im Zwei-Fach-Bachelor an. Wir wollen mit neuen Lehrangeboten das Bachelor-Studium verbessern. Studierende sollen Möglichkeiten der individuellen Profilbildung offen stehen, je nachdem, was sie einmal mit ihrem Studium anfangen wollen. Es bietet sich an, die Veranstaltungen im Optionalbereich zu verankern – auch, damit die Studierenden sich die Module kreditieren lassen können.
Was zeichnet die Angebote aus?
Uns ist es wichtig, dass in den inSTUDIES-Lehrveranstaltungen nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern auch gezielt Kompetenzen trainiert werden. Auch erheben wir den Anspruch an die Lehrenden, didaktisch und methodisch neue Wege zu gehen, z.B. mit Laborpraktika oder Exkursionen. Die Studierenden brauchen „Räume“ für mehr selbstorganisiertes Lernen. Damit sollen ihre Kreativität und Eigenverantwortung gestärkt werden sowie Mut zum Querdenken.
Auf welche Veranstaltungen dürfen sich Studierende besonders freuen?
Für Studieneinsteiger sind die Propädeutischen Intensivkurse „Mathe/Plus“ und „PhiloPlus“ empfehlenswert (siehe Kasten). Für Studierende sind sicherlich die Module der Projektlinie „international studieren“ interessant oder die fachaffinen Vertiefungsprojekte. Es gibt aber auch konkrete berufsvorbereitende Module wie intensive Praktikumsbegleitung oder intensive Gesprächssimulationen.
Was ist das Besondere an der Projektlinie „international studieren“?
Ich glaube, für die meisten Studierenden ist es der Reiz, eine fremde Kultur kennen zu lernen, und das nicht nur mittels wissenschaftlicher Literatur, sondern auch durch eine Exkursion in das betreffende Land. Natürlich kann man darüber streiten, ob z.B. die britische Kultur wirklich so fremd ist, aber anders ist sie auf jeden Fall. Wer schon mal in einem britischen Pub gesessen hat und nicht mitlachen konnte weiß, warum. Die Module gehen über zwei Semester. Zusätzlich zur Exkursion kommen auch Hochschuldozenten aus den jeweiligen Ländern für ein einwöchiges Blockseminar an die RUB.
Was kostet die Studienreise? Gibt es da Unterstützung?
Ein Eigenanteil ist Pflicht. Da die Angebote jedoch durch Mittel des BMBF gefördert werden können, müssen die Studierenden nur einen vergleichsweise geringen Eigenanteil von ca. 200 Euro leisten. Selbstverständlich stellt die RUB auch Mittel zur Förderung der Mobilität von Studierenden zur Verfügung, z.B. über PROMOS. Ansprechpartner hierfür ist das International Office.
Fachaffine Vertiefung
Die Projektlinie „intensiv studieren“ richtet sich an Studierende ab dem zweiten Fachsemester, die eigenständig ein größeres Forschungsprojekt durchführen möchten. Welche fachaffinen Vertiefungsmodule wird es im WS 12/13 geben?
Es starten wieder Sozialwissenschaft, Umweltgeschichte und – neu – Biologie mit je einem Projekt. Da das intensive Forschen zeitaufwändig ist, laufen die Module über zwei Semester und werden mit 20 CP kreditiert.
Können Sie die Module beschreiben?
Das Modul der Sozialwissenschaft heißt „Kommunikation in den neuen Medien“. U.a. wird untersucht, wie das Web 2.0 nicht nur unsere Kommunikation revolutioniert, sondern zugleich unsere ganze Kultur verändert. Wenn man es mal auf den Punkt bringt, dann könnten Studierende erforschen, warum Jugendliche heutzutage ihre Zeit mit Facebook und Twitter verbringen, statt mit Freunden unterwegs zu sein oder die Oma zu besuchen. Es geht aber auch um unsere Selbstbilder und Selbstkonzepte, die sich durch Verbreitung und Nutzung von Social Media rasant verändern.
„What’s Life?“ ist ein Angebot vor allem für Biologiestudierende im Zwei-Fach-Bachelor. Auch hier steht das „Forschen auf Zeit“ in den Laboren von Neurowissenschaft, Geobotanik oder Zoologie im Vordergrund. Den Studierenden werden jedoch auch komplementäre Module angeboten, z.B. wissenschaftliches Schreiben und Präsentieren. Ziel ist, dass die Studierenden das wissenschaftliche Arbeiten – selbstverständlich unter Anleitung eines Lehrenden – erlernen.
Schließlich das Modul „Umweltgeschichte: historisch und interdisziplinär“: Das ist eine recht junge Wissenschaftsdisziplin, die sich vor allem auf das 19. und 20. Jahrhundert und die „schwarze“ Seite der Industrialisierung konzentriert, die also den Zusammenhang von Naturausbeutung durch Öl- oder Kohleförderung und Naturzerstörung und -katastrophen als deren Folge erforscht. Hier ergeben sich viele interessante Ansätze für Forschungsprojekte für Studierende der geistes- und naturwissenschaftlichen Fächer. Interessierte sollten das erste Studienjahr bereits hinter sich haben und vor allem Spaß an der Quellenarbeit mitbringen. Es sind auch Exkursionen in Archive geplant.
Weitere inSTUDIES-Angebote im WS 12/13
Propädeutischer Intensivkurs „PhiloPlus“: Wer gut gerüstet ins Philologie-Studium starten möchte, ist hier genau richtig! Teilnehmen können Studierende vom 1. bis 3. Semester. Im Kurs wird anhand philologischer Fragen ein literatur- und kulturwissenschaftlicher Gegenstand erarbeitet und diskutiert. Zudem wird wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben intensiv erlernt: das Verfassen von Seminararbeiten, Essays und Protokollen sowie die Vorbereitung von Referaten und mündlichen Prüfungen. „PhiloPlus bereitet auf grundlegende Arbeitstechniken, Fragen und Leistungsformen in den philologischen Fächern vor, dadurch können sich die Studierenden sicherer im Studium fühlen“, erklärt Koordinatorin Aslı Aymaz; Infos www.rub.de/optionalbereich/instudies/philoplus.html.
Semesterbegleitender Intensivlernkurs „Mathe/Plus“: Der Kurs bietet Starthilfe für Studieneinsteiger im Zwei-Fach Bachelor Mathematik. Sie werden mit Arbeitsweisen und Lernstrategien im Mathestudium vertraut gemacht. Zum anderen steht die Mathematik der ersten beiden Semester im Vordergrund. Themen der Vorlesungen werden durch interaktive Applets veranschaulicht und erlebbar gemacht. „Mit Beispielen und Bildern wollen wir die teilweise sehr abstrakte Hochschulmathematik mit Leben füllen“, verrät Projektkoordinator Malte Lehmann. Begleitet wird das Modul durch einen eLearning-Kurs, in dem sich neben Übungsmaterialien weitere nützliche Tipps, Links und Infos rund um „Mathe/Plus“ finden; Infos: www.rub.de/ffm/Lehrstuehle/Roesken/mathplus.html. Überblick über alle inSTUDIES-Angebote: www.rub.de/instudies
Praktikumsbörse
Ab sofort bietet die RUB einen weiteren Weg ins Praktikum. Speziell Zwei-Fach-Bachelor-Studierende können in der online verfügbaren Praktikumsbörse (www.rub.de/praktikumsboerse) eine individuelle Praktikumssuche – passend für ihre Studienfächer – durchführen. Aber auch alle anderen Studierenden sind eingeladen, diese Ressourcen zu nutzen.
Das Zentrum für ökonomische Bildung (ZföB) hat im Rahmen von inSTUDIES im Teilprojekt „Begleitetes Berufspraktikum“ diese neue campusweite Börse für Studierende der RUB erstellt. „Das Interessante an der Datenbank ist die Möglichkeit einer fächerkombinierten Suche nach qualitativ hochwertigen Praktikumsstellen“, sagt Louisa Feldmann, die das Teilprojekt zusammen mit Antje Heinrich koordiniert. Ihr Kollegin ergänzt: „Zusätzlich können Studierende eine erweiterte Suche starten, die z.B. das Filtern nach einem bestimmten Arbeitsort oder der Stellenart ermöglicht.“ Die Datenbank umfasst durchschnittlich ein Portfolio von mehr als 170 Angeboten. Täglich werden neue Angebote eingestellt und der Download einzelner Anzeigen steigt stündlich. „Wir sind natürlich weiterhin am Ausbau unseres Praxisnetzwerks interessiert und freuen uns immer über neue Kooperationen“, so Feldmann. „Für Studierende, die den klassischen Ausdruck von Stellenanzeigen bevorzugen, bieten wir auch weiterhin einen Aushang ausgewählter Stellen an unserer Praktikumsangebotswand an“, sagt Heinrich. Zu finden ist diese an der zentralen Wand zwischen dem ZföB und der Bibliothek für Wirtschaftswissenschaft (GC 1/41 Nord).
Wer nach Ausschöpfen dieser Möglichkeit unsicher hinsichtlich des richtigen Praktikums ist, kann die fächerkombinierte Beratung für Zwei-Fach-Bachelor-Studierende durch das ZföB in Anspruch nehmen. Zusätzliche Unterstützung auf dem Weg in ein Praktikum erhalten Studierende durch die Teilnahme am Seminar „Vom Studium in die Praxis“, für das man 5 CP im Optionalbereich erhält. Eine Teilnahme am Seminar ist über die Restplatzvergabe vom 8. bis 19.10. möglich.
Janine Bruder/ZfÖB/ad; Foto: Nelle | Themenübersicht

