„Reli“ und du – eine gute Idee?
Das studentische Projekt „inSIGHTS“ entwickelt einenSelbsttest für Studieninteressierte
Religion – das hat in der Schule Spaß gemacht, wieso also nicht studieren? So denken viele, die sich für das Studium der Religionswissenschaft entscheiden. Aber weit gefehlt: Religion an der Uni hat nicht viel mit dem Fach an der Schule zu tun – es wird viel (auf Englisch) gelesen, Originaltexte übersetzt. „Viele Studienanfänger sind deswegen enttäuscht und brechen sogar ab“, weiß die langjährige Tutorin Susanne Stentenbach. Um falschen Erwartungen vorzubeugen, entwickelt sie mit ihrer Kollegin Johanna Kostrzewa einen webbasierten Selbsttest, mit dem Studieninteressierte besser einschätzen können, ob Religionswissenschaft das Richtige für sie ist.
Der Selbsttest soll einen Einblick geben: Welche Arbeitsweisen gibt es in der Religionswissenschaft, was sind Arbeitsfelder, die „beackert“ werden? Auch Kompetenzen und Erwartungen des Studieninteressierten werden abgefragt: Wie sicher bist du darin, englische Texte zu lesen? Was glaubst du, wie viele Stunden du in der Woche für dein Studienfach aufwenden musst? Am Ende des Selbsttests, der im Internet abrufbar sein wird, bekommt der Teilnehmer ein unmittelbares Feedback – und Hilfestellung: Ist nicht ganz eindeutig, ob der Studiengang zu einem passt, wird z.B. ein persönlicher Ansprechpartner am Lehrstuhl vermittelt, der bei der Entscheidung behilflich sein kann. Oder es wird empfohlen, sich anhand von Einführungsliteratur noch mal näher mit dem Fach auseinanderzusetzen. „Ziel ist es, dass der Studieninteressierte am Ende realistische Erwartungen hat“, sagt Johanna Kostrzewa.
Das Projekt, das offiziell im September startet, trägt den Namen „inSIGHTS“. Es ist eins von vier Projekten, die beim ersten inSTUDIES-Wettbewerb erfolgreich waren und eine Förderung erhalten. Als die beiden Tutorinnen Anfang 2012 von der uniweiten Ausschreibung hörten, die studentische Projekte suchte, war ihnen sofort klar, dass sie mitmachen. Kurzerhand schrieben sie einen Projektantrag. „Das war eine große Herausforderung“, erinnert sich Johanna Kostrzewa. „Es war ja unser erster Antrag, und wir wussten nicht, ob er gut ankommen würde.“ Das kam er: Über eine Projektdauer von einem Jahr unterstützt inSTUDIES die beiden Studentinnen dabei, ihre Projektidee umzusetzen.
Bevor der Test voraussichtlich zum WS 13/14 online geht, wartet noch viel Arbeit auf die beiden: Zunächst führen sie Umfragen unter Studienanfängern, Studierenden höherer Semester sowie Dozierenden und Tutoren durch, um zu ermitteln, an welchen Stellen Erwartungen enttäuscht wurden bzw. welche Kompetenzen von Studienanfängern gefordert sind. Anhand des Feedbacks entwickeln Johanna Kostrzewa und Susanne Stentenbach dann den Selbsttest. Es folgt die technische Umsetzung, eine Testphase und schließlich die Inbetriebnahme. Danach geben die beiden dann ihr „Baby“ aus den Händen: Damit der Test auch zukünftigen Semestern zur Verfügung steht, leiten sie Studierende an, ihn zu verwalten und zu pflegen.
Info: Der inSTUDIES-Wettbewerb geht in die 2. Runde! Ab sofort können sich wieder Studierende mit Projekten bewerben, die anderen Studierenden zugutekommen. Bis September 2012 muss dazu eine Projektskizze eingereicht werden; mehr: http://www.rub.de/instudies
Text & Foto: Maren Volkmann | Themenübersicht

